Nationaler Trauertag am Freitag

Tausende bei Trauermarsch in Crans-Montana für die Opfer des Bar-Infernos

Viele Menschen verfolgten den Gedenkgottesdienst am Sonntag in Crans-Montana im Freien und nahmen an dem darauffolgenden Trauermarsch teil.
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Mehr als die Hälfte der 40 Todesopfer aus der abgebrannten Bar sind mittlerweile identifiziert. Zahlreiche Opfer waren Minderjährige. Am Sonntag standen in dem Schweizer Skiort noch einmal die Trauer und das Mitgefühl im Mittelpunkt.

Stille liegt am Sonntag über den winterlichen Straßen von Crans-Montana. Hunderte Menschen ziehen schweigend durch den Schweizer Skiort, vorbei an luxuriösen Chalets und Hotels, die vom Wohlstand des Alpendorfes zeugen. Ihr Ziel ist eine improvisierte Gedenkstätte neben der ausgebrannten Bar „Le Constellation“. In den frühen Morgenstunden des Neujahrstags riss eine Feuerkatastrophe hier mindestens 40, überwiegend sehr junge Menschen aus dem Leben.

Überfüllter Gottesdienst

Der Trauermarsch folgt auf einen Gottesdienst, der so überfüllt war, dass viele Menschen draußen in der Kälte ausharrten. „Es geht darum, mit den Menschen zusammen zu sein, die leiden, die jemanden in der Familie, Kinder oder Freunde verloren haben“, sagt die 76-jährige Charlotte Schumacher. „Ich kenne Leute, die ihre Enkel verloren haben.“ Unter den Toten sind Jugendliche im Alter von 14 oder 15 Jahren. Die Schwere der Verbrennungen macht die Identifizierung vieler Opfer schwierig. Die Verletzten und Vermissten stammen aus allen Teilen Europas und sogar aus Australien. Die meisten Opfer waren jedoch Schweizer.

Vier Bischöfe konzelebrierten am Sonntag die Messe in der katholischen Kirche Saint-Christophe.
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Welle der Anteilnahme

Die Tragödie hat eine Welle der Anteilnahme ausgelöst in dem Ort, der für sein malerisches Alpenpanorama weltberühmt ist. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde das Feuer wahrscheinlich durch Wunderkerzen ausgelöst, die die Decke im Keller der Bar in Brand setzten. Gegen die beiden Betreiber des Lokals wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt.

Anrainer sagten, die Opferzahl hätte noch höher ausfallen können, wenn die Rettungsdienste nicht so schnell gehandelt hätten. „Innerhalb von Minuten waren Krankenwagen da, innerhalb von Minuten war die Polizei da, die ihre Arbeit gemacht hat, und sie haben sie unglaublich gut gemacht“, sagt der örtliche Geschäftsmann Max Haus, der Zeuge der schrecklichen Szenen nach dem Brand wurde.

Applaus für Einsatzkräfte

Als der Trauerzug sein Ziel erreicht, brandet plötzlich Applaus auf. Er gilt Dutzenden von Polizisten und Rettungskräften, die - einige von ihnen mit Tränen in den Augen - durch die Menge schreiten. Sie werden als Helden gefeiert. „Es ist unvorstellbar, was sie getan, was sie gesehen haben“, sagt Bruno Huggler, der Tourismusdirektor von Crans-Montana. „Und jetzt ist es sehr wichtig, sich um sie zu kümmern.“

Feuerwehrleute in Crans-Montana bei der improvisierten Gedenkstätte für die Brandopfer.
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Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der 40 Todesopfer aus der abgebrannten Bar identifiziert, und es zeigt sich: Zahlreiche Opfer waren Minderjährige. Darunter ist unter anderem eine 14-jährige Schweizerin, wie die Polizei im Kanton Wallis am Sonntag berichtete. Andere identifizierte Opfer, etwa aus Italien, waren erst 16 Jahre alt, als die Brandkatastrophe in der Silvesternacht ihrem jungen Leben ein Ende setzte.

Eine Nation trauert

Die Schweiz plant am 9. Jänner einen nationalen Trauertag und eine Gedenkfeier für die Opfer. Die Gemeinde legte online ein Kondolenzbuch auf. Als Erster schrieb darin Bundespräsident Guy Parmelin: „Allen trauernden Familien, allen Opfern sage ich erneut mit Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit: Ihr Leid ist auch unser Leid.“ Er werde an der Gedenkfeier in Crans-Montana teilnehmen. Ob andere Staatschefs anreisten, sei noch unklar, sagte er in Zeitungsinterviews. Zu Beginn der Trauerfeier in Crans-Montana sollen im ganzen Land die Kirchenglocken läuten, begleitet von einer landesweiten Schweigeminute. (APA, Reuters)