Baubeginn unter Vorbehalt

Jetzt ist es fix: Haus der Geschichte kommt ins Museumsquartier

2018 wurde das Haus der Geschichte Österreich am Heldenplatz eröffnet. Der Umzug ins Museumsquartier steht seit 2023 im Raum.
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Vizekanzler Andreas Babler gibt nach Evaluierung grünes Licht. Ein Budgetvorbehalt könnte das Millionenprojekt jedoch verzögern.

Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) wird wie geplant von der Neuen Burg am Wiener Heldenplatz ins Museumsquartier (MQ) übersiedeln. Das bestätigte Vizekanzler und Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) am Freitag nach einer internen Evaluierung des Vorhabens. Bei den beteiligten Partnern stößt die Entscheidung auf große Zustimmung. Der ursprünglich für Herbst 2028 anvisierte Eröffnungstermin könnte sich jedoch verschieben, da der „faktische Baubeginn noch unter Budgetvorbehalt“ stehe, wie das Ministerium mitteilte.

Das Wiener Museumsquertier
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Große Freude bei den Partnern

Bei den Stakeholdern wurde die Nachricht mit Erleichterung aufgenommen. „Die Klarstellung unterstreicht die Bedeutung eines zukunftsfähigen Ortes für die zeitgeschichtliche Auseinandersetzung im Zentrum Wiens“, hieß es in einer gemeinsamen Aussendung von Nationalbibliothek (ÖNB) und hdgö. Die Entscheidung stelle „sicher, dass die umfangreichen Vorarbeiten nicht ins Leere gehen, sondern als belastbare Grundlage für die weitere Umsetzung dienen“, betonten Michaela Mayr von der ÖNB und Geschäftsführer Richard Starkel.

Der Entwurf eines viergeschossigen Holzbaus, der dem Haus der Geschichte Österreich (hdgö) ab Herbst 2028 als neues Eingangsportal an seinem künftigen Standort im Museumsquartier (MQ) dienen soll.
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Auch die Geschäftsführerin des Museumsquartiers, Bettina Leidl, zeigte sich erfreut. Sie bezeichnete das hdgö als „ein zentrales Museumsprojekt für die demokratische Erinnerungskultur unseres Landes“ und betonte, dass die Entscheidung die notwendige Planungssicherheit schaffe.

Die Direktorin des hdgö, Monika Sommer, die dem Projekt bisher eher kritisch gegenüberstand, erklärte, sie könne nun „die laufende Arbeit an einer neuen Hauptausstellung fortsetzen“. Sie verwies zudem auf das weiterhin laufende „spannende Programm in der Neuen Burg“ bis zur finalen Übersiedlung.

Neuer Raum für das Gedenken an die Shoah

Für Babler bietet der neue Standort mit rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungs- und Vermittlungsfläche auch eine wichtige Chance: die intensive Auseinandersetzung mit „dem düstersten Kapitel der österreichischen Zeitgeschichte, der Shoah“. Der Holocaust sei „Teil der Geschichte Österreichs und damit auch im Kontext eines mittelfristig eigenständigen Bundesmuseums Haus der Geschichte Österreich zu denken“, so der Kulturminister.

Der Altan der Neuen Burg, im Volksmund bisweilen noch immer „Führer-Balkon“ genannt, soll zum „Ort für die demokratiepolitische Bildung“ werden.
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„Führer-Balkon“ soll Bildungsort werden

Trotz des Umzugs des Museums soll der Altan der Neuen Burg, im Volksmund oft als „Führer-Balkon“ bezeichnet, nicht ungenutzt bleiben. Er soll künftig ein „Ort für die demokratiepolitische Bildung werden“. Babler schlägt vor, dass die neu geschaffene Koordinierungsstelle für Gedenkkultur hierfür die Federführung übernehmen könnte.

Die Gesamtkosten für die Übersiedlung wurden im November 2023 auf 39,29 Millionen Euro geschätzt. Das hdgö, derzeit noch Teil der Österreichischen Nationalbibliothek, soll zudem wie im Regierungsprogramm vorgesehen in ein eigenständiges Bundesmuseum umgewandelt werden. (APA, TT)