Nach stundenlanger Einvernahme

Bar-Besitzer nach Brand-Katastrophe in Crans-Montana in U-Haft

Ersten Ermittlungserkenntnissen zufolge wurde der Brand im Keller der Bar offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren.
© JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Gegen den Mann und seine Frau, die ebenfalls Mitbesitzerin der Bar ist, wird seit Jänner wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt.

Nach sechsstündiger Befragung zum tödlichen Feuer bei einer Silvester-Party im Schweizer Skiort Crans-Montana ist einer der Bar-Besitzer in Untersuchungshaft genommen worden. Wie es aus Ermittlerkreisen hieß, wurde gegen den Franzosen in Sitten (Wallis) U-Haft wegen Fluchtgefahr verhängt. Seine Frau bleibt auf freiem Fuß. Gegen das Paar wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung und Körperverletzung ermittelt. Die Frau drückte den Opfern am Freitag ihr Beileid aus.

„Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können“, sagte sie nach einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sion vor Medien. „Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen.“ Ihre Gedanken seien die ganze Zeit über bei den Opfern und denjenigen, die mit den Folgen der Katastrophe zu kämpfen hätten.

Begleitet vom Glockengeläut der Kirchen hielt das Land am Freitag um 14 Uhr eine Schweigeminute ab. Kurz zuvor hatte in Martigny westlich von Crans-Montana eine Trauerfeier begonnen, zu der neben Bundespräsident Guy Parmelin auch Gäste aus dem Ausland wie der französische Präsident Emmanuel Macron anreisten.

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Bei der Brandkatastrophe in der Silvesternacht waren 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig; das jüngste war erst 14 Jahre alt, das älteste 39. Außerdem wurden 116 Menschen verletzt, viele von ihnen sehr schwer. Einige von ihnen werden in auf Brandverletzungen spezialisierten Kliniken in Deutschland behandelt.

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