Doppelt aufgewertet: Neuer Hybrid krönt den feinen Qashqai
Nissans Erfolgsmodell ist seit der aktuellen Generation als serieller Hybrid zu haben. Nun wurde das e-Power-System spürbar überarbeitet. Die Fahrkultur stieg weiter, der Verbrauch sank.
Der Nissan Qashqai begründete 2007 die Klasse der kompakten Crossover und wurde bislang gut 4,5 Millionen Mal verkauft. Über 50.000 Exemplare wurden allein in Österreich zugelassen. Um den Erfolg in die Zukunft zu tragen, wurde der Qashqai jüngst weitreichend überarbeitet. Jetzt kam eine grundlegende Überarbeitung des mit der aktuellen Generation erstmals angebotenen, seriellen Hybrids „e-Power“ dazu.
Optisch am auffälligsten präsentiert sich dabei die neue Front, deren Schuppen an die Rüstung eines Samurai erinnern sollen, zwei scharfe LED-Leuchten an jeder Seite könnten dessen Schwerter sein. Das sorgt – zusammen mit bis zu 20 Zoll großen Rädern – für einen prägnanten Auftritt des Nissan.
Zweifelslos das Highlight der aktuellen Qashqai-Generation: Innen verwöhnt der Japaner durchwegs mit einer Verarbeitungsqualität auf Premium-Niveau. Das sanfte „Plop“ beim Schließen der Türen steht hier für das ganze Auto.
Aber auch die Bedienung ist richtig gut gelungen. Die Funktionsfülle lässt sich über konventionelle Regler (Klima), das Lenkrad und den Bildschirm locker dirigieren. Das für wenig Ablenkung. Das Tempomatsystem lässt sich etwa einfach mit einer blauen Taste am Lenkrad aktivieren und auch die Assistenzsysteme befinden sich auf dem allerletzten Stand. Mit der Überarbeitung verfügt der Qashqai nun über integrierte Google-Dienste. Somit können sich digitale Angebote, wie Amazons Alexa, nun im Auto praktisch nutzen, wie zu Hause. Mit dem Befehl „Hey Google“ lassen sich zudem Klimaanlage, Sitzheizung oder Navigation steuern oder Telefonanrufe entgegennehmen. Toll beim Navi: Verkehrsdaten stehen in Echtzeit zur Verfügung und die Navigationsdaten werden jetzt „over-the-air“ aktualisiert.
Die innovative Hybrid-Motorisierung des Qashqai passt da hervorragend zum Verständnis der japanischen Konstrukteure. Nissan ging mit ihr einen eigenständigen Weg. Es handelt sich um einen seriellen Hybrid, er macht den Qashqai zu einem E-Auto, das weiter ohne Reichweitenangst Benzin tankt. Nissan hat das Hybrid-Paket nun umfassend überarbeitet. Dabei erzeugt ein 158-PS-Turbobenziner über einen Generator Strom für einen nun 205-PS starken Elektromotor (vormals 190 PS).
Die TT testete bereits die neue Version. Was blieb gleich? Vorrangig vermittelt dieser Qashqai das Fahrgefühl eines E-Autos. Oftmals lautlos und fließend bewegt es sich dahin – bei Bedarf allerdings in 7,6 Sekunden (vormals 7,9) auf 100 km/h. Früher war dabei im Hintergrund stets ein leichtes Brummen des Benzinmotors präsent. Dies ist nun verflogen. Dafür hat Nissan tief in die technische Trickkiste gegriffen.
So ist der Elektromotor nicht nur auf 205 PS Systemleistung erstarkt, sondern wurde der als Stromgenerator verwendete Turbobenziner praktisch neu entwickelt. Dank eines größeren Turboladers muss das Aggregat nun um 600 Touren weniger drehen, was der Laufruhe und dem Verbrauch merklich zugutekommt. Ein optimiertes Verbrennungsverfahren erzielt für den Dreizylinder dazu jetzt einen Wirkungsgrad von 42 Prozent. Letztlich ist die Hybrideinheit auch noch um immerhin 20 Kilogramm leichter geworden.
Der neue e-Power vermittelt mit 330 Newtonmetern Drehmoment somit ein selten souveränes und beruhigendes Fahrgefühl. Man gleitet oftmals lautlos durch die Stadt und übers Land. Das ist Entspannung pur, die von dem passend abgestimmten Fahrwerk mitgetragen wird. Viel Ausgewogenheit und Komfort, aber eher nichts für Sportpiloten. Dafür bewegten wir den E-Power im TT-Test mit 5,8 Litern im Schnitt (0,9 Liter weniger, als beim Vorgänger). Vom Wert her vielleicht kein Weltunterschied zu einem vergleichbaren Dieselmodell. Diesem hat der E-Power in der Stadt aber kurze rein elektrische Fahrten im E-Modus voraus.
Preislich beginnt der überarbeitete e-Power als Acenta+ nun bei 40.090 Euro. Unser nobel ausstaffierter N-Design+ bilanzierte bei 47.990 Euro. Los geht’s beim Qashqai ab 31.990 Euro als „Austria Edition“ für den 140-PS-Mild-Hybrid. Alle bieten drei Jahre Garantie mit Anschlussoptionen.