Steile Thesen, keine Belege

Stammen die Pyramiden von Außerirdischen? Ufo-Forscher Erich von Däniken ist tot

Von Dänikens Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt.
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Er stellte fragwürdige und provokante Thesen über außerirdisches Leben auf. Seine Bücher verkauften sich millionenfach. Nun ist Erich von Däniken im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der Schweizer Autor Erich von Däniken ist tot. Er verstarb am Samstag im Alter von 90 Jahren. Das bestätigte seine Tochter am Sonntag. Von Däniken erlangte mit seinen Thesen über außerirdische Besucher in der Vorzeit weltweiten Bekanntheit und schrieb Dutzende Bücher über die vermeintlichen Spuren von Aliens auf der Erde.

Die „Prä-Astronautik“ als Lebensthema

Seinen Popularität verdankte der Autor vor allem einer wissenschaftlich nicht haltbaren Hypothese: der Prä-Astronautik. Demnach seien vor Urzeiten Außerirdische auf der Erde gelandet, von den damaligen Bewohnern für Götter gehalten worden und hätten den menschlichen Genpool sowie die technologische Entwicklung beeinflusst.

So vertrat von Däniken etwa die Ansicht, dass die Pyramiden in Ägypten mithilfe von Alien-Technologie gebaut worden seien. Nach eigenen Angaben inspirierte er mit seinen Ideen auch Hollywood-Regisseure wie Ridley Scott („Alien“) und Steven Spielberg („E.T.“).

Millionenerfolge und juristische Probleme

Seine Bücher wurden in mehr als 30 Sprachen übersetzt und erreichten eine weltweite Auflage von rund 70 Millionen Exemplaren. Der Durchbruch gelang ihm 1968, in den Anfangsjahren des Raumfahrt-Zeitalters, mit seinem Erstlingswerk „Erinnerungen an die Zukunft. Ungelöste Rätsel der Vergangenheit“.

Im selben Jahr wurde von Däniken in der Schweiz wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach 18 Monaten kam er wegen guter Führung wieder frei.

Erich von Däniken bei einem Vortrag 2013.
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Unbeirrt bis zuletzt

Sein Bestseller wurde 1970 von „Winnetou“-Regisseur Harald Reinl verfilmt; der Dokumentarfilm erhielt 1971 sogar eine Oscar-Nominierung. Von Däniken ließ sich von Kritik aus der Wissenschaft nie beirren. Er vertrat seine Thesen mit großem Eifer, ohne sich um deren Plausibilität oder belastbare Beweise zu kümmern. So deutete er den biblischen Bericht des Propheten Ezechiel über die Erscheinung Gottes als Landung eines Raumschiffs.

Noch in den 1990er-Jahren produzierte er zudem die 25-teilige Fernsehserie „Auf den Spuren der All-Mächtigen“.

Vom Koch zum Alien-Forscher

Von Däniken war Autodidakt. Vor seiner Medienkarriere arbeitete er vor allem im Gastgewerbe. Jahrzehntelang vertiefte er sich in alte Schriften und unternahm Hunderte oft abenteuerliche Reisen, um die von ihm postulierten Spuren außerirdischer Besucher zu dokumentieren.

Bis zuletzt war der gelernte Koch auf seinem YouTube-Kanal aktiv, wo er in Vorträgen über Astronauten aus dem All dozierte und auch kuriose Fragen erörterte – etwa, ob Außerirdische dieselben Geschlechtsorgane haben wie Menschen. (APA, sda, dpa, TT)