Die USA basteln an einem Militärschlag gegen den Iran
Im Iran gehen die Menschen weiter gegen das Regime auf die Straße. Trump sichert ihnen Hilfe zu und droht mit einem Militäreinsatz.
Teheran, Washington – Das iranische Regime droht dem Erzfeind Israel und den USA für den Fall eines US-Angriffs zur Unterstützung der landesweiten Protestbewegung mit militärischen Gegenschlägen. Jede Attacke der USA werde zu Angriffen auf Israel und regionale US-Militärstützpunkte als „legitime Ziele“ führen, wurde Irans Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf zitiert. US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor den Teilnehmern der Massenproteste gegen die Staatsführung im Iran Unterstützung zugesichert.
Trump warnt Teheran
„Der Iran strebt nach FREIHEIT, vielleicht wie nie zuvor. Die USA sind bereit zu helfen!!!“, hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social geschrieben. Wie die Hilfe aussehen soll, ist unklar. Die New York Times meldete unter Berufung auf US-Beamte, Trump sei in den vergangenen Tagen über neue Optionen für Militärschläge im Iran informiert worden. Er erwäge ernsthaft, seine Drohung wahrzumachen, das Land wegen der Unterdrückung der Proteste anzugreifen. Auch das Wall Street Journal spricht von Angriffsplänen, etwa einem großangelegten Luftangriff auf mehrere Militäreinrichtungen im Iran. Es gebe aber noch keinen Konsens über das weitere Vorgehen und auch noch keine Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff, hieß es.
Bereits 500 Tote
Bei den anhaltenden Unruhen im Iran sind der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation HRANA zufolge zunächst mehr als 500 Menschen getötet und über 10.600 festgenommen worden. Trotz einer nahezu vollständigen Internetsperre habe es Demonstrationen in 185 Städten des Landes gegeben.
Die iranischen Behörden haben den Zugang zum Internet für die Bevölkerung fast vollständig gesperrt. Menschen berichten auf X auch, dass Telefonleitungen nicht mehr funktionierten. Die Kommunikation mit der Außenwelt ist nur über das Starlink-Satellitensystem möglich. Der im Exil in den USA lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, hat am Samstag zu landesweiten Streiks aufgerufen. Er beansprucht eine Führungsrolle in Irans Opposition. (TT, dpa, APA)