Regierung schlägt Demos nieder

Laut staatlichen Angaben bereits 2000 Tote bei Protesten im Iran

In Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte.
© IMAGO/Khosh Iran

Teheran – Bei den Massenprotesten im Iran sind nach staatlichen Angaben rund 2000 Menschen getötet worden. Darunter seien Zivilisten und Sicherheitskräfte, sagte ein Behördenvertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Verantwortlich dafür seien "Terroristen".

Die seit dem 28. Dezember andauernden Proteste im Iran hatten sich an der schlechten Wirtschaftslage entzündet und waren in Forderungen nach einem Sturz der Führung der Islamischen Republik gegipfelt. In Städten kam es zu heftigen Ausschreitungen und schweren Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Es sind die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.

Nach einer tagelangen Kommunikationsblockade können Iranerinnen und Iraner nun erstmals wieder ins Ausland telefonieren. Das Internet bleibt unterdessen weiter gesperrt, wie Kontakte aus der iranischen Hauptstadt Teheran berichteten. Irans Sicherheitsapparat hatte die Bevölkerung angesichts von Massenprotesten seit Donnerstagabend von der Außenwelt abgeschnitten.

„Hunderte Tote und Verletzte täglich“

Bewohner der Millionenmetropole berichteten nun von schrecklichen Tagen. Ein junger Mann sagte: "Wir hören, dass täglich Hunderte Opfer – Tote und Verletzte – in die Krankenhäuser gebracht werden. Die Lage ist nicht gut." Und weiter: "Wir wissen nicht, was wir tun sollen."

UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat sich entsetzt über die Gewalt gegen Protestierende im Iran gezeigt. "Die Tötung friedlicher Demonstranten muss aufhören", erklärte der Österreicher am Dienstag in Genf. "Die Stigmatisierung von Demonstranten als 'Terroristen', um Gewalt gegen sie zu rechtfertigen, ist inakzeptabel", fügte Türk hinzu. Die iranischen Behörden versuchten, "mit brutaler Gewalt legitime Forderungen nach Veränderung zu unterdrücken". (APA/Reuters)

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