„Ein kühner Erzähler“

Michael Köhlmeier erhält Max Frisch-Preis 2026

Michael Köhlmeier erhält im Juni den nur alle vier Jahre vergebenen Max-Frisch-Preis.
© ROLAND SCHLAGER

Die Stadt Zürich ehrt den Vorarlberger Schriftsteller als „kühnen Erzähler und leidenschaftlichen Denker“ mit der hochdotierten Auszeichnung. Sein Werk reflektiert stets „über Wahrheit, Moral und die Gefährdungen unserer demokratischen Kultur“, so die Jury.

Der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier erhält den Max Frisch-Preis 2026. Die Stadt Zürich vergibt die mit 40.000 Franken (rund 43.000 Euro) dotierte Auszeichnung nur alle vier Jahre. Die Preisverleihung findet am 7. Juni im Schauspielhaus Zürich statt.

Köhlmeier habe in mehr als vierzig Jahren ein unvergleichlich vielfältiges Œuvre geschaffen, das Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte umfasse. Er sei ein „kühner Erzähler und leidenschaftlicher Denker“, dessen Werke „mal raumgreifend, mal schmal, immer aber über Wahrheit, Moral und die Gefährdungen unserer demokratischen Kultur“ reflektieren, teilte die Stadt Zürich am Dienstag mit.

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Förderpreis für eine vielstimmige Poetik

Der mit 10.000 Franken dotierte Förderpreis geht an den Schriftsteller und Politikwissenschaftler Ozan Zakariya Keskinkılıç. Der Berliner Autor wurde für sein literarisches Debüt „Hundesohn“ bereits 2025 mit dem „aspekte“-Literaturpreis ausgezeichnet. In seinem Werk, so die Jury, verweben sich queeres Begehren und muslimische Spiritualität zu einem vielstimmigen, poetischen Gewebe.

Ein Preis mit politischem Anspruch

Die Stadt Zürich zeichnet in Absprache mit der Max-Frisch-Stiftung seit 1996 mit dem Preis Autoren aus dem deutschsprachigen Raum aus, deren Arbeit in künstlerisch kompromissloser Form Grundfragen der demokratischen Gesellschaft thematisiert. Frühere Gewinnerinnen und Gewinner des Hauptpreises waren Jonas Lüscher, Maja Haderlap, Robert Menasse und Barbara Honigmann. (APA, sda, TT)