US-Botschaft startete in Wien ins Jubiläumsjahr
Wenn es subtile Botschaften des amerikanischen Widerstands waren, sind sie angekommen: Mit Hits wie "Born To Be Wild", "Blame It On The Boogie" oder "I Will Survive" haben Militärmusiker der Nationalgarde Vermont am Donnerstagabend den Start des US-Jubiläumsjahres in Österreich untermalt. US-Botschafter Art Fisher erinnerte daran, dass die USA in den 250 Jahren seit ihrer Gründung auch schwierige Zeiten "überlebt" hätten. "Wir sind jedes Mal stärker zurückgekommen."
In seinen Begrüßungsworten appellierte der Immobilienunternehmer aus North Carolina mehrmals und fast flehentlich daran, doch jene Aspekte in den Vordergrund zu stellen, "die uns zusammenbringen". Konkret nannte er dabei auch den Sport - mit Blick auf die von den USA, Kanada und Mexiko gemeinsam veranstaltete Fußball-WM im Sommer.
Der Empfang in einem US-Hotel in Wien-Leopoldstadt soll die erste einer Reihe von Veranstaltungen anlässlich des 250. Jahrestags der US-Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli sein. Man feiere heuer "250 Jahre Freiheit in Amerika", sagte Fisher. Seiner Ansicht nach sind die USA auch heute "ein Leuchtfeuer der Hoffnung für so viele Menschen in aller Welt" - eine Aussage, die wohl nicht nur in den Ohren vieler Grönländerinnen und Grönländer wie Hohn klingen dürfte.
Wenig überraschend fehlten aktuelle Bezüge in der ersten öffentlichen Rede des neuen US-Botschafters völlig. Seine Tätigkeit als US-Missionschef in Wien bezeichnete der Großspender von US-Präsident Donald Trump als "die größte Ehre meines Lebens". Zu Beginn seiner Rede berichtete er vom Rat einer Bekannten, die ihm vor Jahren gesagt habe: "Wenn Du jemals gefragt wirst, Deinem Land zu dienen, musst Du mit 'Ja' antworten", so Fisher.
Neben der Militärband aus Vermont sorgte bei dem Empfang die Garde Musik Wien mit volkstümlicher Musik im Oberkrainer-Stil für Stimmung. Auffallend war das weitgehende Fehlen von österreichischer politischer Prominenz. An Trumps Amerika, so scheint es, streift man dieser Tage eher ungern an.