„Die Lage ist heikel“: Acht Lawinentote am Samstag in Österreich
Es ist das in dieser Saison bisher tödlichste Lawinen-Wochenende in den Alpen: Bei drei Lawinenabgängen kamen allein am Samstag in Österreich acht Menschen ums Leben. Unter den Opfern befinden sich auch zwei Tiroler Skitourengeher.
Acht Menschen kamen am Samstag bei Lawinenabgängen in verschiedenen Teilen Österreich ums Leben. Die Skitourengeher wurden außerhalb von Pisten von den Schneemassen verschüttet. Unter den Opfern sind drei Tschechen, wie die Polizei berichtete. Die Herkunft und die Identität der anderen Toten sind noch unklar. Behörden und Retter warnen vor einer weiterhin großen Gefahr durch Abgänge. Auch in Tirol kam es am Samstag zu einem Lawinenabgang, bei dem ein 20-Jähriger vor den Augen seines Vaters in Pettneu am Arlberg von einer Lawine erfasst wurde. Der junge Mann hatte jedoch Glück.
Von Schneebrett mitgerissen
20-Jähriger in Pettneu am Arlberg vor den Augen seines Vaters von Lawine erfasst
Fünf Tote bei Lawinenabgängen in Salzburg
Ebenfalls Samstagnachmittag hatte es zwei tödliche Lawinenabgänge im Salzburger Pongau gegeben. Das erste Schneebrett hatte sich in Bad Hofgastein kurz nach Mittag im Bereich der „Schmugglerscharte“ auf 2.200 Metern Seehöhe gelöst. Eine Skitourengeherin wurde vor den Augen ihres Ehemannes im freien Gelände verschüttet. Für sie kam jede Hilfe zu spät.
Nur eineinhalb Stunden später löste sich im Großarltal eine Lawine, die sieben Tourengeher mit sich riss, vier wurden getötet. Einer überstand dieses zweite Schneebrett im Bereich des Finsterkopf im Großarltal – das sich gegen 14 Uhr löste – unbeschadet, die anderen beiden Alpinisten kamen mit schweren bzw. leichten Verletzungen davon, so die Bergrettung. Am Sonntag wurde bekannt, dass es sich um eine Ausbildungsgruppe des Alpenvereins gehandelt hatte.
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Weitere Lawine in der Steiermark: Drei Tote
In der Gemeinde Pusterwald in der Steiermark kam es laut Polizei am späten Nachmittag zu einem weiteren Lawinenunglück. Sieben tschechische Skitourengeher waren in dem Gelände unterwegs, als sich eine Lawine löste. Drei von ihnen seien von der Lawine verschüttet worden, so die Polizei. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Die vier Begleiter, welche nicht erfasst worden waren, seien von den Einsatzkräften aus dem alpinen Gelände gebracht und notfallmedizinisch erstversorgt worden.
Große Lawinengefahr in der Region
Die Behörden hatten in den vergangenen Tagen auf die Lawinengefahr in den Alpen hingewiesen. Trotz klarer und mehrfacher Warnungen sei es erneut zu zahlreichen Lawinenabgängen – leider mit tödlichem Ausgang – gekommen, hatte der Bezirksleiter der Bergrettung Pongau, Gerhard Kremser, am Samstag gesagt.
Bei den drei Unglücken war ein Großaufgebot an Rettern im Einsatz. Insgesamt mehr als 200 Helfer und Bergretter haben den Angaben nach geholfen, die Toten zu bergen und die Verletzten in Krankenhäuser zu fliegen.
Nach mehreren Wochen ohne Schneefällen waren in den österreichischen Alpen jüngst regional rund 20 bis 50 Zentimeter Schnee gefallen. Zuletzt wurden ein junger Tscheche und ein Mann noch unbekannter Identität bei zwei Lawinenunglücken im freien Skiraum getötet. Die Behörden appellieren immer wieder an die Skitourengeher, äußerst vorsichtig zu sein.
Trotz der eigentlich überschaubaren Schneehöhen ist die Situation teils brisant. Wie der Lawinenwarndienst schreibt, kann das Gewicht eines einzelnen Skifahrers ausreichen, ein Schneebrett auszulösen. „Lawinengefährdete Gebiete befinden sich in allen Ausrichtungen oberhalb von etwa 2000 m. Diese Gebiete sind zahlreich“, heißt es auf der Webseite des Warndienstes. „Sie sind mit Neuschnee bedeckt und daher selbst für das geübte Auge kaum erkennbar." (dpa)