Sorge um Demokratie

„Ära der Milliardäre“: Vermögen der Superreichen legt rasant zu

„Tax the rich“ – besteuert die Reichen: Zum Start des Weltwirtschaftsforums wird die Kluft zwischen Arm und Reich kritisiert.
© APA/Keystone/Michael Buholzer

Elon Musk verdient in vier Sekunden so viel wie ein Durchschnittsmensch in einem Jahr. Macht der Milliardäre schlage sich deutlich sichtbar in politischer Macht nieder, warnt Oxfam.

Es gibt immer mehr Milliar­däre auf der Welt – und ihr Ver­mögen wächst und wächst. Das geht aus einem Bericht hervor, den die Nothilfe- und Entwicklungsorganisation Oxfam zum Start des Weltwirtschafts­forums (WEF) im schweizerischen Skiort Davos ver­öf­fentlicht.

Demnach besaßen die weltweit rund 3000 MilliardärInnen im vergangenen Jahr ein Vermögen von insgesamt 18,3 Billionen US-Dollar – umgerechnet 15,75 Billionen Euro. Seit 2020 wurden die Superreichen inflationsbereinigt um mehr als 80 Prozent reicher. Gleichzeitig lebe fast die Hälfte der Menschheit in Armut, betont Oxfam.

Einige wenige besitzen immer mehr

Im vergangenen Jahr sei das Vermögen der Milliardäre um rund 16 Prozent gewachsen – und damit dreimal schneller als im Durchschnitt der Vorjahre, erklärt Oxfam. Die zwölf Reichsten hätten nun mehr Geld als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung, das sind mehr als vier Milliarden Menschen.

„Wir befinden uns in der Ära der MilliardärInnen – und das ist keine gute Nachricht für die Welt“, kommentiert Charlotte Becker von Oxfam Deutschland. Der Reichtum an der Spitze konzentriere sich in nie dagewesenem Tempo, allein im vergangenen Jahr hätten Milliardärinnen und Milliardäre 2,5 Billionen US-Dollar hinzugewonnen. „Das ist so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt“, kritisiert Becker.

Demokratie steht auf dem Spiel

Der reichste Mann der Welt, Elon Musk, verdient nach Rechnung von Oxfam in vier Sekunden so viel wie ein Durchschnittsmensch in einem Jahr. Er müsste pro Sekunde mehr als 4500 Dollar verschenken, damit sein Vermögen schrumpfte.

Sorgen bereitet Oxfam, dass sich die Wirtschaftsmacht der Milliardäre deutlich sichtbar auch in politischer Macht niederschlage. Das sei etwa in den USA zu beobachten, und es höhle die Demokratie aus, so Becker. Das US-Magazin Forbes schreibt über US-Präsident Trump: „Donald Trump steht der lukrativsten Präsidentschaft in der amerikanischen Geschichte vor und hat sein Vermögen um Milliarden erhöht, vor allem durch Handel mit Kryptowährungen.“ (dpa)