Abflug nach Asien

Tiroler Bucher flüchtete vor Schwimmbad-Misere nach Kuala Lumpur

Simon Bucher und Emanuel Eder machen sich in Asien bereit für die neue Saison, eine mit einer Europameisterschaft in Paris als Höhepunkt.
© Bucher

Vizeweltmeister Simon Bucher und Emanuel Eder entfliehen dem Winter und bereiten sich in Malaysien auf den Sommer vor – mit dem Höhepunkt Europameisterschaft in Paris. Damit flüchten die beiden zumindest kurzzeitig auch vor der angespannten Situation rund um die Tiroler Hallenbäder.

Innsbruck – Der Winter in Tirol mag entzücken, die Schwimmszene allerdings weniger. In den kalten Monaten spitzt sich die Bäder-Misere Jahr für Jahr weiter zu. Der Andrang auf die wenigen für Wettkämpfer nutzbaren Wasserflächen ist groß, ein 50-m-Becken fehlt ohnehin, (die TT berichtete).

Simon Bucher, Vize-Weltmeister von 2024, sucht auch deshalb nun das Weite. Einen Monat lang trainiert der 25-Jährige jetzt in Malaysien. Der Kontakt kam über einen dänischen Schwimmfreund und dessen Trainer zustande. „Die Situation in Tirol ist sicher mit ein Grund, warum ich die Gelegenheit nutze, in Kuala Lumpur zu trainieren“, erklärt der Innsbrucker, der dort auch eine Trainingseinheit für Jugendliche abhalten wird: „Man hat mich gefragt und dann mache ich das gerne.“

Mit dabei ist für rund zwei Wochen auch Nationalteam-Kollege Emanuel Eder. Der 20-Jährige aus Rinn schwimmt als Langstreckenspezialist zwar trainingsinhaltlich nicht auf einer Wellenlänge mit dem Delfinsprinter, weil sich die beiden aber gut verstehen, schwitzt man nun gemeinsam. „Auf dem Plan stehen für Simon die ersten zwei Wochen ohnehin auch längere Distanzen, da passt das schon“, sagt Eder schmunzelnd.

Nach Trümmerbruch zur EM

Gemeinsam startet man in der Ferne in nahe Ziele wie die Deutschen Meisterschaften Ende April (Bucher) oder das ATUS-Graz-Meeting (Eder). Im August wollen beide dann bei der Langbahn-EM (Juli/August) in Paris auftrumpfen, für Eder wäre es das erste Großereignis bei den Erwachsenen, die Kurzbahn-EM in Polen hatte er knapp verpasst. Ein Trümmerbruch im Finger, den er sich an einer Leine, die im Wasser Schwimmbahnen abtrennt, zugezogen hatte, ist inzwischen verheilt. „Das Limit über die 800 m Freistil zu erreichen, ist realistisch“, sagt Eder zuversichtlich.

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