Granite Dreams: Vortrag von Babsi Zangerl und Jacopo Larcher am Freitag in Innsbruck
Sie hat als erster Mensch die Route „Freerider“ am El Capitan im ersten Versuch sturzfrei begangen und damit Kletter-Geschichte geschrieben. Am Freitag spricht Babsi Zangerl gemeinsam mit ihrem Seil- und Lebenspartner Jacopo Larcher im Innsbrucker Metropol über dieses und andere gemeinsame Bigwall-Abenteuer.
Innsbruck – Es gibt nur einen einzigen Versuch. Kein Probieren, kein Üben, keine zweite Chance. Wer beim Klettern eine Route „flashen“ will, muss im ersten Anlauf alle Seillängen ohne einen einzigen Sturz bewältigen. Das ist in kleineren Wänden und einfacheren Routen schon eine Herausforderung, in einer der ikonischsten Wände der Welt, am El Capitan im Yosemite Valley in Kalifornien, aber schier unglaublich.
Und dennoch: Genau das hat die Tiroler Kletterin Babsi Zangerl als erster Mensch geschafft. Sie hat die Route „Freerider“ im November 2024 im ersten Versuch, ohne vorhergehende Erkundung, ohne Sturz begangen und damit Klettergeschichte geschrieben.
Babsi Zangerl im TT-Interview
Pionierin der großen Wände: Wie eine Tirolerin am El Capitan Geschichte schrieb
Einem breiteren Publikum ist diese Tour im US-amerikanischen Yosemite Valley übrigens durch den Kletter-Blockbuster „Free Solo“ bekannt – Alex Honnold hat diese Linie für seine Free-Solo-Begehung, also ohne durch ein Seil gesichert zu sein, am „El Cap“gewählt. Und ist beim ersten Versuch umgekehrt.
Starke Seilschaft
Babsi Zangerl hat ihre Begehung im November 2024 gemeinsam mit ihrem Lebens- und Seilpartner Jacopo Larcher unternommen und war vom Aufsehen, für das ihre Begehung sorgte, selbst verwundert: „Als wir nach dem ‘Freerider’ wieder unten im Valley waren, war ich überrascht, wie stark die Öffentlichkeit auf meinen Flash reagierte. Meine Mutter erfuhr es aus den Nachrichten im österreichischen Fernsehen, noch bevor ich mit ihr telefonierte. Ich denke, ich hatte einfach extremes Glück. Und Jacopo hatte extremes Pech, dass er im Boulderproblem stürzte – sein einziger Sturz in der ganzen Route, in 33 Seillängen“, so Zangerl.
Mit dem sogenannten „Boulderproblem“ meint sie eine Schlüsselstellen der Tour, die Jacopo bei ihrer Begehung als erster in Angriff nahm und dabei ins Seil stürzte. Das zeigt, wie schnell es mit dem Traum vom „Flash“ vorbei sein kann – und wie bedeutend eine Seilschaft, in der man sich bedingungslos unterstützt und vertraut, für solche Erfolge ist. Darüber und andere gemeinsame „Bigwall“-Abenteuer werden Babsi Zangerl und Jacopo Larcher am Freitag bei ihrem Vortrag im Metropol Kino in Innsbruck berichten.
Die Kunst des Risskletterns
Ein Schwerpunkt wird außerdem auf der Kunst des Risskletterns liegen: den Techniken, Strategien und mentalen Werkzeugen, die man braucht, um sich effizient durch eine Tausendmeter-Wand zu bewegen.
Im September 2025 wurde Babsi Zangerl übrigens mit nur 37 Jahren als zweite Frau mit dem Paul-Preuß-Preis für ihr „bergsteigerisches Lebenswerk“ ausgezeichnet.
Vortrag am 23. Jänner um 19.30 Uhr
Wer zwei der stärksten KletterInnen unserer Zeit live sehen will, hat am Freitag, 23. Jänner 2026, im Innsbrucker Metropol-Kino Gelegenheit dazu. Karten (19,90 im VVK) gibts bei den Innsbrucker Bergführern, die zum Vortrag einladen. An der Abendkasse sind die Tickets um 25 Euro erhältlich.