Streit um Kennzeichnung eskaliert: „Fordern Bauern jetzt auch Verbot von Bananen?“
Wien – Nachdem Bauernvertreter, darunter Tirols Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Hechenberger sowie der ÖVP-Bauernbund, eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der heimischen Gastronomie gefordert haben, eskaliert der Streit nun. Die Hoteliervereinigung (ÖHV) warnt vor mehr Bürokratie.
„Die Forderung wird durch ständiges Wiederholen nicht besser: Im Gegenteil, sie geht vollkommen ins Leere“, kritisiert ÖHV-Präsident Walter Veit. Regionalität und hochqualitative heimische Produkte seien die besten Verkaufsargumente, damit verdienten Bauern auch sehr gut.
„Wir müssen auf Qualität setzen, nicht auf Zwang. Wir fordern ja auch nicht, dass Landwirt:innen nur in Österreich Urlaub machen oder ausschließlich landwirtschaftliche Geräte aus heimischer Produktion kaufen“, lehnt Veit „die Planwirtschaftsfantasie des ÖVP-Bundes“ ab: „Das erinnert ja an die DDR. Was kommt als Nächstes? Fordern sie auch ein Bananenverbot?“
Kammer wehrt sich
„Wir haben Verständnis für das Ziel und den Wunsch der Gastronomie, dass die Herkunftskennzeichnung nicht zu einer weiteren Bürokratiebelastung führen darf“, meint Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger.
„Viele einheimische und ausländische Gäste schätzen Österreich jedoch wegen der von den Bäuerinnen und Bauern geschaffenen, einzigartigen Landschaft und Lebensmittelvielfalt. Sie erwarten sich Klarheit, woher die Produkte auf ihren Tellern tatsächlich kommen.“ (TT, APA)
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