Ein Ort der Geborgenheit
Das „Haus Sabine“ in Armenien gibt Kindern und Jugendlichen eine neue Heimat.
In der Region Lori im Norden Armeniens liegt ein besonderer Ort: das „Haus Sabine“. Es war die erste Kinder- und Jugendwohngemeinschaft dieser Art in Armenien, dem Partnerland der Caritas Tirol – ein Pionierprojekt, das inzwischen als Vorbild für ähnliche Einrichtungen im Land dient. Unterstützt wird das „Haus Sabine“ durch Spenden aus Tirol.
Hier finden acht Kinder und Jugendliche ein Zuhause auf Zeit. Die kleine Gruppengröße schafft ein familiäres Umfeld, in dem gelacht, gespielt, gemeinsam gegessen und musiziert wird. Die Kinder gehen zur Schule, helfen beim Kochen und Abwasch und pflegen den Garten – ein Ort des Lernens und der Ruhe. Die Atmosphäre ist herzlich.
Gefühl der Sicherheit
Ein besonders berührendes Beispiel ist Davit, der jüngste Bewohner im Haus. Er ist acht Jahre alt und floh 2023 mit seinen Eltern aus Bergkarabach. Die Flucht war traumatisch, doch im „Haus Sabine“ hat Davit ein neues Gefühl von Sicherheit gefunden. „Ich möchte bis ich 18 Jahre alt bin im ‚Haus Sabine‘ bleiben. Ich fühle mich hier sicher. Ich muss keine Angst mehr haben“, sagt er und verrät damit, wie sicher er sich in seinem neuen Daheim fühlt.
Auch die Schwestern Ani (12) und Mariam (14) leben gemeinsam im „Haus Sabine“. Die Entscheidung, Geschwister nicht zu trennen, ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts – denn Bindung und Beziehung zur ursprünglichen Familie sollen, wenn möglich, erhalten bleiben. Für Mariam hingegen ging vor Kurzem ein kleiner Traum in Erfüllung: Sie durfte Reitunterricht nehmen. Wenn es finanziell möglich ist, werden den Kindern besondere Wünsche erfüllt – kleine Momente des Glücks, die große Wirkung zeigen.
Die Leiterin des Hauses, Tamara Simonyan, war einst in Tirol, um sich ähnliche Wohngemeinschaften anzusehen. Mit viel Engagement und Herzblut hat sie das Konzept nach Armenien gebracht.
Stabiles Umfeld
Sie erklärt: „Wichtig ist uns, den Kindern ein stabiles Umfeld zu bieten. Viele mussten in ihren jungen Jahren schon sehr viel durchmachen und haben traumatische Erlebnisse hinter sich.“ Deshalb begleitet auch eine Psychologin die Kinder langfristig, hilft ihnen, ihre Vergangenheit zu verarbeiten und neue Perspektiven zu entwickeln. Auch der Kontakt zu Eltern oder Verwandten wird – wenn möglich – gefördert.
Das Ziel im „Haus Sabine“ ist klar: Die Kinder sollen auf ein eigenständiges Leben vorbereitet werden – sei es durch eine Rückkehr in ihre Familien oder durch den Weg in ein selbstbestimmtes Erwachsenenleben. Das „Haus Sabine“ ist ein Ort der Hoffnung, der Heilung und des Neubeginns – ein Zuhause, das positive Spuren fürs Leben hinterlässt.
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Raiffeisen Landesbank Tirol
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Kennwort: Kinder in Not