Schritt für Schritt im Betrieb gewachsen
Lehre gemacht, drangeblieben, weitergewachsen: Wolfgang Kelmer und Martin Holzhammer über ihren Weg bei TRM.
Von Natalie Hagleitner
Die Tiroler Rohre GmbH (TRM) produziert duktile Gusssysteme für den Wassertransport und die Tiefgründung von Bauwerken. Gleichzeitig bildet das Unternehmen seit Jahrzehnten Fachkräfte im eigenen Betrieb aus. Wolfgang Kelmer und Martin Holzhammer haben ihre berufliche Laufbahn hier als Lehrlinge begonnen und arbeiten heute beide in der Instandhaltung in Vorarbeiterfunktionen – Kelmer in der Elektrotechnik, Holzhammer im Metallbereich.
Vom Fach- zum Vorarbeiter
Wolfgang Kelmer startete 1992 mit einer Lehre als Betriebselektriker. Technik habe ihn schon früh interessiert, sagt er, „ich habe eigentlich immer schon gern an Geräten herumgebastelt“. Dass sein Vater bei TRM als Maschinenschlosser tätig war, habe den Einstieg zusätzlich erleichtert. Nach dem Lehrabschluss folgte die Meisterprüfung. Vieles aus der Lehrzeit begleite Kelmer bis heute – allen voran das technische Grundverständnis und der Umgang mit Menschen. Als Jugendvertrauensrat, also als Ansprechpartner für junge Beschäftigte im Betrieb, sammelte er früh Erfahrung in Kommunikation und Interessenvertretung. Die größte Herausforderung sei aber der Rollenwechsel gewesen: „Der Schritt vom Facharbeiter in eine Führungsposition war vor allem wegen der administrativen Aufgaben eine Umstellung.“
Auch der Blick auf Lehrlinge habe sich verändert. Als Facharbeiter habe er versucht, Wissen möglichst direkt weiterzugeben. In der Führungsfunktion gehe es stärker um die gesamte Ausbildung. Damit junge Menschen im Unternehmen bleiben, brauche es aus seiner Sicht klare Perspektiven: Weiterbildung, Aufstiegsmöglichkeiten und ein Arbeitsumfeld, das professionell ausgestattet ist. Jungen Menschen rät er, sich Zeit für die Berufsentscheidung zu nehmen: „Viel über Praktika ausprobieren und den Beruf nach Interesse auswählen – nicht nach Bequemlichkeit.“
Von Beginn an praxisnah
Martin Holzhammer kam über eine Schnupperlehre zu TRM. Danach sei für ihn rasch klar gewesen, dass er bleiben wolle. „Ich war von der Firma sofort fasziniert und habe mich gleich beworben“, sagt er. Die Lehrzeit sei für ihn sehr prägend gewesen. „Man wurde schon als Lehrling breit eingesetzt“, sagt Holzhammer. Diese frühe Praxisnähe habe ihm geholfen, Abläufe zu verstehen und Verantwortung zu übernehmen.
Im Laufe der Jahre folgten weitere Stationen: die Übernahme der Rohrschleuderei als Instandhalter, später die Ernennung zum Vorarbeiter in der Instandhaltung. Die Führungsrolle habe sich für ihn schrittweise entwickelt. Für Holzhammer sind Lehrlinge ein zentraler Bestandteil des Betriebs. Entscheidend für die Ausbildung seien dabei die Rahmenbedingungen: Es brauche ein gutes Team, gegenseitiges Verständnis – beruflich wie privat –, Abwechslung im Arbeitsalltag und eine Ausbildung, die Qualität habe. Jungen Menschen, die am Anfang stehen, möchte er Mut machen: „Keine Angst – es war sicher die richtige Entscheidung.“
Der Blick zurück fällt bei beiden pragmatisch aus. Kelmer würde seinem jüngeren Ich Gelassenheit mitgeben, während Holzhammer raten würde, Entscheidungen bewusster zu treffen, sich weiterzubilden und zu trauen über den Tellerrand hinauszuschauen, zum Beispiel indem man Fremdsprachen lernt.