Ein Job in luftiger Höhe

Aus Tradition hoch hinaus

Das Team der Spenglerei Plössl.
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Seit 80 Jahren arbeitet die Spenglerei Plössl in luftiger Höhe - Klemens Plössl führt in dritter Generation den Familienbetrieb.

Klemens Plössl ist 35 Jahre alt. Er ist schon seit 20 Jahren Spengler und den Meistertitel darf er seit Dezember 2012 führen. Das Familienunternehmen leitet er – im Einklang mit seinem Bruder Kai Plössl – seit 2014 und zu ihrem Outdoor-Beruf, der auch Wetterfestigkeit voraussetzt, hält er fest: „Es ist ein harter Job. Man braucht viel Kraft, muss Akrobat, Kletterer und Allrounder sein.“ Das Portfolio des Familienunternehmens ist so breit wie groß. Türme und Kuppeln, mit denen hohe Spenglerkunst regelrecht verewigt wird, zählen genauso dazu wie all die klassischen Aufgabengebiete einer Spenglerei, deren qualitativ hochwertige Arbeiten nicht nur bei der Errichtung eines Gebäudes, sondern auch für deren Erhaltung oder Sanierung notwendig sind. Schließlich bildet ein Dach das Haupt jeden Hauses und spielt eine entscheidende Rolle für das Leben, das unter ihm stattfindet. „Die optimale Wärmedämmung auf dem aktuellsten Stand der Technik lässt die Wärme dort, wo sie hingehört: im Sommer draußen und im Winter in der Wohnung“, weiß Klemens Plössl etwa, welche Spenglerarbeit die Lebensqualität vor allem in Dachgeschosswohnungen erhöht.

Bernd Plössl (Mitte) mit seinen Söhnen Klemens (l.) und Kai.
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Dachprüfungen durchzuführen und dabei festzustellen, ob das Dach wintertauglich ist oder eben nicht mehr, ist eine Aufgabe, deren Mehrwert der Spenglermeister ebenso besonders herausstreicht, kann die rechtzeitige Wintertauglichkeits-Prüfung doch große Folgeschäden verhindern und teure Sanierungen vermeiden. „Niemand verzichtet im Winter auf warme Kleidung, am Auto sind Winterreifen selbstverständlich. Lediglich dem Dach zeigen zu viele Hausbesitzer noch immer die kalte Schulter“, weiß der junge Firmenchef.

Das Team der Spenglerei Plössl ist über den Dächern in und rund um Innsbruck zuhause.

Dachspenglerei ist jedenfalls nichts für schwache Nerven. Zarter besaiteten Menschen kann leicht der Atem stocken, wenn sie die Mitarbeiter der Spenglerei Plössl bei ihrer Arbeit beobachten. Etwa, wenn sie am Kletterseil hängend eine Dachrinne befestigen, in der Sonne glitzernde Kupferdächer montieren oder mit einem Feuer spuckenden Gasbrenner Dachpappebahnen miteinander verschweißen und damit die perfekte Abdichtung garantieren. Schwindelfreiheit ist die eine entscheidende Voraussetzung dafür – auf, an und über den Dächern zu arbeiten. Handwerkliches Geschick ist die zweite. „Da oben auf dem Dach können wir uns kreativ austoben. Das taugt mir“, erzählt Klemens Plössl, der die 1945 gegründete Spenglerei Plössl in dritter Generation führt.

„Da oben auf dem Dach können wir uns kreativ austoben.“

Klemens Plössl, Spenglermeister

Eine „gmahte Wiesn“ war es für ihn aber nicht, dass er Spenglermeister werden und den Betrieb übernimmt. Die Lehrzeit sei extrem hart gewesen, was ihn daran zweifeln ließ. „Aber als ich dann beim Papa gearbeitet habe, war es viel besser und ich habe dieses Handwerk lieben gelernt“, sagt er. Sein älterer Bruder Kai Plössl hatte Elektriker gelernt, ist aber bald in das Familienunternehmen gewechselt. Zusammen mit ihrem Vater sehen sie selbstbewusst in die Zukunft.