„Ich bin nach 36 Jahren noch mit Freude dabei“
Im Lokal „das grander“ in Wattens sorgen die Speisen bei Gästen für Begeisterung. Die Köche sind mit Hingabe bei der Sache.
Ist Maximilian Hausjell Koch oder Künstler? Schwer zu beantworten, wenn man die vergänglichen Kunstwerke betrachtet, an denen der 26-Jährige mitwirkt. Beispiel gefällig? Blumenblüten, die so in violettem Püree drapiert sind, als würden sie darin sprießen, umrahmen ein Filet, von dem braune, schwere Sauce gleitet. Allein dieser Anblick der liebevoll kleingeschnittenen Zutaten beweist, mit wieviel Hingabe der Lehrling arbeitet: „Nach der Schule war ich unentschlossen welchen beruflichen Weg ich einschlagen soll und habe ein Jus-Studium begonnen. Weil mich aber nur Teilaspekte interessieren kam ich rasch davon ab und machte mein Hobby zum Beruf.“
„Wir hatten große Talente, die schon nach wenigen Tagen aufgaben.“
Thomas Grander, Inhaber und Küchenchef
So begann Hausjell, der immer schon gerne für seine Freunde und Familie kochte, im September letzten Jahres seine Lehre im Restaurant „das grander“ in Wattens: „Ein facettenreicher, kreativer Beruf. Der Chef lässt uns viele Freiheiten – wie heute, wo ich überlegen konnte, wie ich Oktopus in Szene setze.“ Die Wahl fiel auf Takoyaki – frittierte Tintenfischbällchen.
Routinearbeiten verfeinern
Thomas Grander, Inhaber des mit drei Hauben prämierten Lokals, freut sich über die Hingabe seines Lehrlings: „Obwohl ich selbst seit mehr als 36 Jahren koche, entdecke ich Dank kreativer junger Menschen wie Maximilian immer neue Facetten.“ Grander, dessen Eltern bereits in dieser Branche arbeiteten, haderte in all den Jahren nie mit seiner Berufswahl: „Natürlich gibt es Routinearbeiten, wie Saucen anzusetzen, oder Gemüse zu schneiden. Aber selbst hier können wir jeden Tag eine Nuance anpassen, um noch mehr aus den Zutaten herauszuholen.“
„Ich habe begonnen Jus zu studieren und bin heute begeisterter Koch.“
Maximilian Hausjell, Lehrling
Lediglich ein Aspekt strapaziert den Küchenchef: „Der Personalmangel.“ Jugendliche scheinen Grander beinahe zu behütet: „Wir hatten große Talente unter Kochlehrlingen, die nach wenigen Wochen aufgegeben haben. Oft wegen kleiner Argumente, wie dem, am Geburtstag einer Freundin nicht frei zu bekommen.“
Weinbegleitung beachten
Deren Eltern würden diese Entscheidungen gutheißen, statt sie aufzufordern wenigstens die Probezeit zu absolvieren. Umso großer ist Granders Freude über seinen Lehrling: „Er interessiert sich auch für Aspekte über das Kochen hinaus – wie die passende Weinbegleitung. Solche interessierten Menschen werden in Zukunft immer wichtiger.“