Bußgeld verhängt: Aktion von deutschem Satiriker in Grönland ging gehörig schief
Ein satirischer TV-Beitrag über die Annexions-Drohungen von US-Präsident Donald Trump hat für ein deutsches Fernsehteam in Grönland Konsequenzen. Eine missglückte Aktion sorgte für ein Bußgeld.
Grönland – Beim Filmen eines Beitrags der deutschen Satire-Sendung „Extra 3“ auf Grönland ist ein Bußgeld verhängt worden. Hintergrund ist, dass der bayerische Schauspieler und Satiriker Maxi Schafroth vorgegeben hat, eine US-Flagge auf einem öffentlichen Platz hissen zu wollen. Dafür sei vor Ort ein Bußgeld verhängt worden, teilte eine NDR-Sprecherin auf Anfrage mit. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.
„Das weltweit diskutierte Vorgehen der USA war Anlass für die kritische Auseinandersetzung in der Satiresendung. Zu keinem Zeitpunkt sollte während des Drehs der Eindruck entstehen, Ziel der Satire seien Grönländerinnen und Grönländer, hieß es vom Sender. Weiter hieß es: „Die Redaktion erklärt ihr Bedauern gegenüber den Menschen in Grönland, sollte dieser Eindruck entstanden sein.“ Die Satire-Redaktion hat demnach am Dienstag und Mittwoch einen satirischen Film in der grönländischen Hauptstadt Nuuk gedreht. Die Satiresendung läuft seit vielen Jahren im NDR.
US-Präsident Donald Trump hatte mehrfach mit der Annexion der zu Dänemark gehörenden Insel gedroht. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte er nach einem Gespräch mit Nato-Chef Mark Rutte überraschend erklärt, es gebe nun einen Rahmen für eine Vereinbarung über Grönlands Zukunft. Gleichzeitig nahm er angedrohte Strafzölle gegen europäische Alliierte, darunter Deutschland, zurück, die sich hinter Dänemark gestellt hatten. Trump hatte seinen Anspruch auf Grönland damit begründet, dass sich sonst Russland oder China die Insel einverleiben würden. (dpa, TT.com)