Alarmierender Bericht: Menschenrechte werden weltweit „zerrieben“
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sieht weltweit einen Abwärtstrend im Hinblick auf Menschenrechte.
Berlin – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zeichnet in ihrem Jahresbericht 2026 ein düsteres Bild der Weltlage. Verantwortlich macht sie dafür neben Russland, China und den USA auch Deutschland, dem sie mit Blick auf den Nahost-Konflikt mangelnde Glaubwürdigkeit vorwirft. Das Menschenrechtssystem mit seinen über Jahrzehnte etablierten Regeln drohe zwischen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump einerseits und Autokratien wie Russland und China andererseits regelrecht „zerrieben zu werden“. Dies erklärte HRW-Deutschlanddirektor Philipp Frisch bei der Vorstellung des Berichts in Berlin.
In Deutschland habe sich die Lebenssituation von Zuwanderern und ihren Nachkommen verschlechtert. Grund dafür sei, dass „politische Rhetorik der AfD von demokratischen Parteien verstärkt übernommen wurde“, sagte HRW-Rassismusforscherin Teffera. Außenpolitisch habe Berlin international moralischen „Kredit verspielt“ und dadurch auch an Einfluss eingebüßt, sagte Frisch. Hauptgrund dafür sei die „fast bedingungslose Unterstützung der Bundesregierung für die Regierung in Israel“ im Gaza-Krieg. Besonders dramatisch ist die Lage laut Human Rights Watch derzeit im Iran. Neben der brutalen Niederschlagung der jüngsten Protestwelle berichtet die Organisation von Massenverhaftungen und einer sehr hohen Zahl von Hinrichtungen.
Negativtrend in den USA
Einen Negativtrend sieht Human Rights Watch in den USA. „Die zweite Amtszeit von US-Präsident Donald Trump war von Anfang an geprägt von einer offenen Missachtung der Menschenrechte“, heißt es. Human Rights Watch nennt beispielhaft unnötig brutale Razzien der Einwanderungsbehörde ICE. In Russland gehe der Kreml immer rigoroser gegen Kritiker vor. Im November hatte das russische Justizministerium Human Rights Watch als „unerwünschte“ ausländische Organisation eingestuft. (TT, dpa)