„Das gab es noch nie“

Warum der Radiosender Ö3 45 Sekunden eines Kickl-Songs spielte

Die John Otti Band ist seit Jahren Hausband der FPÖ – und schaffte es jetzt in die „Ö3 Austria Top 40“.
© ERWIN SCHERIAU

Das für die Freiheitlichen geschriebene Lied „Immer vorwärts FPÖ“ schaffte es in Hitparade des öffentlich-rechtlichen Radiosenders. Poltikwissenschafter Peter Filzmaier ordnet ein.

Wien – Auf dem FPÖ-Online-Radiosender „Austria first“ wird der Song rauf- und runtergespielt, nun war er auch in stark gekürzter Form auf Ö3 zu hören. Der reichweitenstärkste Radiosender des Landes spielte „Immer vorwärts FPÖ“ der John Otti Band am späten Montagabend im Rahmen der Sendung „Ö3 Austria Top 40“. Denn der Song schaffte es durch Verkäufe und Streamingabrufe auf Platz 20 der Hitparade. Mitgeliefert wurde eine Einordnung von Politikwissenschafter Peter Filzmaier. 45 Sekunden des im Original mehr als dreiminütigen FPÖ-Lieds wurden angespielt.

Im Song heißt es unter anderem: „Zuerst das Volk und dann der Kanzler, Herbert Kickl geht voran“. Auch von einer „dritte Republik“ ist in „Immer vorwärts FPÖ“ zu hören.

„Eigentlich müssten sich andere Parteien Ähnliches einfallen lassen“

In dieser Form habe es das in den heimischen Charts noch nie gegeben: Einen Song, der für eine Partei gemacht worden ist, klärte die Moderatorin auf und wollte von Peter Filzmaier wissen, warum eine Partei so etwas machen lässt.

Musik und Songs seien für Parteien durchaus „sehr wertvoll“, erklärte der Politikexperte. Denn sie können damit Leute in einer Feel-Good-Atmosphäre ansprechen, ohne mit kritischen Fragen konfrontiert zu werden. Politikerreden würden dagegen meistens gar nicht so gut ankommen.

Erfunden hat die FPÖ diese Form der Wähleransprache nicht, verwies Filzmaier auf die USA, wo es auch schon Songs für Barack Obama gab. „Eigentlich“, erklärte er, „müssten sich andere Parteien etwas Ähnliches einfallen lassen, ohne aber von der FPÖ, die einst auch schon mit einem rappenden Heinz-Christian Strache auf Youtube für Aufsehen sorgte, abzukupfern“, meinte Filzmaier. (APA)

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