Mehrere Stunden Sperrzone

Fliegerbombe in Hall entschärft: Anwohner konnten nach Evakuierung zurück in ihre Häuser

Das rund 80 Jahre alte Kriegsrelikt sorgte am Dienstag für einen Großeinsatz.
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Im Westen von Hall wurde am Dienstagvormittag eine geschätzt 125 Kilogramm schwere Fliegerbombe entdeckt. Hunderte AnwohnerInnen mussten evakuiert werden. Nach wenigen Stunden gab es Entwarnung: Das Kriegsrelikt konnte entschärft werden.

Hall in Tirol – Im Jahr 1945 wurden über Hall Bomben auf die Bahnanlagen abgeworfen, insgesamt 323 Tonnen. Die Folgen sind heute noch spürbar. So wurde am Dienstagvormittag im Westen der Stadt eine Fliegerbombe entdeckt. Ein Großeinsatz war die Folge. Bereits um 14 Uhr war das Kriegsrelikt entschärft. Alle Sicherheitsmaßnahmen konnten aufgehoben werden.

Doch von vorn: Bei Grabungsarbeiten in der Weinfeldgasse stieß man um 9.30 Uhr auf die rund 125 Kilogramm schwere Fliegerbombe. Daraufhin wurde ein Sperrkreis im Umkreis von 200 Metern rund um den Fundort eingerichtet.

Bombenfund in Hall

Straßensperren waren die Folge, rund 500 BewohnerInnen sind in dem Gebiet gemeldet. Wie viele wirklich zu Hause waren und evakuiert werden mussten, wird noch erhoben. Es dürften jedoch einige Hundert gewesen sein. Kurz nach 13 Uhr konnten die Evakuierungsmaßnahmen abgeschlossen werden.

Die AnwohnerInnen rund um die Weinfeldgasse wurden von der Polizei evakuiert.
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PolizistInnen klingelten an den Haustüren, um die BewohnerInnen zu informieren.
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Entminungsdienst aus Linz

Der Entminungsdienst des Bundesheers, der aus Linz anreisen musste, traf gegen 13 Uhr in Hall ein. Bereits nach rund einer Stunde war die Fliegerbombe entschärft. Die Arbeit an der Bombe selbst hat nur elf Minuten gedauert. Gegen 14 Uhr konnte die Sperrzone aufgehoben werden, es bestehe keine Gefahr mehr, hieß es von der Polizei. Die AnwohnerInnen konnten wieder in ihre Häuser zurückkehren.

Das Relikt wird nun nach Oberösterreich gebracht.
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Bei dem Kriegsrelikt handelt es sich um eine amerikanische Bombe mit Doppelzünder, die im Zweiten Weltkrieg abgeworfen wurde, jedoch nicht explodiert war. Der Entminungsdienst bringt diese nun in ein Entminungslager nach Oberösterreich.

Der Entminungsdienst des Bundesheers konnte die Bombe innerhalb einer Stunde entschärfen.
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Für Betroffene wurde in der Zwischenzeit das Kurhaus zum Aufenthalt zur Verfügung gestellt. Dieses Angebot wurde nur von sehr wenigen BewohnerInnen genutzt. „Es ist alles glimpflich abgelaufen“, erklärte der Haller Bürgermeister Christian Margreiter der TT. Nun finde eine Nachbesprechung im Rathaus statt. Insgesamt sei der Einsatz ruhig abgelaufen. Die AnwohnerInnen hätten Verständnis gezeigt, es kam zu keinen Zwischenfällen.

Während der Entminungsarbeiten musste aus Sicherheitsgründen auch die Bundesstraße B171 gesperrt werden, eine Umleitung wurde eingerichtet. Bei der Entschärfung wurde niemand verletzt.

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