Närrische Umzüge, Wampeler oder Weiberfasnacht: So feierte Tirol am Unsinnigen Donnerstag
In den Faschingshochburgen Tirols übernahmen am Unsinnigen Donnerstag wieder die Narren das Kommando. Umzüge und Partys standen von Reutte über Imst bis ins Unterland auf dem Programm. Wir zeigen Bilder vom „unsinnigen“ Treiben.
Unsinniger in Reutte
Pünktlich um 14 Uhr setzte sich der Unsinnigen-Umzug in Reutte in Bewegung – und der Himmel öffnete seine Schleusen. Obwohl der Regen angekündigt war und auch kein Ende nehmen wollte, trotzten Tausende Zuschauer und Hunderte Teilnehmer den Umständen. Einzig farbenprächtige Fußgruppen waren wegen der Niederschläge etwas weniger als in den Jahren zuvor auszumachen, ansonsten kamen alle auf ihre Rechnung. Im größten Applaus konnte sich dieses Jahr wohl die Faschingsabordnung der Höfener, Gungler genannt, „sonnen“. Ihr riesiger Olympia Dome, im dem Dauerboxkämpfe und wagemutige Turmsprünge zu sehen waren, gefiel den Schaulustigen am Besten.
Narren übernahmen die Silberstadt Schwaz
Gute Laune und bunte Kostüme, so weit das Auge reicht. Das ist Schwaz am Unsinnigen Donnerstag. Tausende Kostümierte drängten sich in die Schwazer Altstadt und feierten den wichtigen Faschingstag im Unterland als gäbe es kein Morgen. Als Siegerinnen der Maskenprämierung gingen die giftgrünen „Venusfallen“ in ihren herausragenden Kostümen hervor, aber auch Haribo-Fruchtgummis, eine Kaugummiautomaten-Schar und ein Ritter in glänzender Rüstung sorgten für Aufsehen.
📽️ Video | Unsinniger in Schwaz
Behaarte Wadeln und Bartstoppeln zeichnete die „Erste Schwazer Schützinnen Kompanie“ aus, die spätestens bei der Ehrensalve alle Blicke auf sich zog. Normalerweise sei die Truppe mit dem Feuerlöschen vertraut, hieß es bei der Preisverteilung, wo die gestandenen Schützinnen den zweiten Platz machten.
Unsinniger Donnerstag in Jenbach
Heuer war es kein Narrenbürgermeister, der den Rathausschlüssel von Bürgermeister Dietmar Wallner entgegennahm. Es war ein Narren-Präsident, extra aus den USA eingeflogen. „Ich will Jenbach annexieren“, verkündete der Mann mit den gelbblonden Haaren und der „Make America Great Again“-Kappe. Die bunt kostümierte Menschenmenge ließ sich davon nicht beeindrucken.
Der Eurovision Songcontest, den der Trachtenverband mit Nicole, Conchita, ABBA, DJ Ötzi, Stefan Raab und anderen Gesang- und Tanztalenten auf die Bühne brachte, fand ungestört und unter großem Beifall statt. Die Bundesmusikkapelle Jenbach war zum Bauarbeitertrupp mutiert, der den mehrfach in die Schlagzeilen geratenen Jenbacher Kreisverkehr als „Ovalverkehr“ musikalisch hochleben ließ.
Die Figler entführten mit ihrer Kampfkunst-Show nach Asien und das Faschingskomitee Vomp, das einen Gastauftritt hatte, in den Orient. Zudem wurde die Straße vor der Volksschule mit zahlreichen Standln zur Bühne aller anderen Kostümierten. Kinder konnten mit dem Tengl-Tengl-Express eine Runde durch den Ort fahren.
Weiberfasnacht in Imst
Es war die 12. Weiberfasnacht, die am „Unsinnigen“ durch die Imster Innenstadt zog. Angeführt von den drei „Bethen“ (sagenhafte Frauengestalten) versammelten sich an die 200 Frauen und Mädchen, um der Fasnacht einen weiblichen Anstrich in der Hochburg Imst zu geben.
Insgesamt 18 Gruppen machten sich vom Sparkassenplatz aus auf, um die Kramergasse mit närrischem Treiben zu erfüllen. Nicht fehlen durfte zu Beginn das Abschneiden der Krawatte von Bürgermeister Stefan Weirather zum Zeichen, dass die Frauen die Stadt übernommen haben.
Schellenschlagerinnen in Patsch
Am Unsinnigen Donnerstag erreicht auch in Patsch die Fasnacht ihren Höhepunkt: die Patscher Schellenschlagerinnen und die Brauchtumsgruppen machen den Winter den Kehraus.
📽️ Video | Patscher Schellenschlagerinnen
Wampelerreiten in Axams
Rau geht es zu, beim Axamer Wampelerreiten, wenn die Reiter versuchen, die Wampler auf den Rücken zu werfen. Der Kampf, der im Zentrum des alle vier Jahre stattfindenden Umzugs steht, symbolisiert das Ringen zwischen Winter und Frühling.