2000 Übernachtungen in Notwohnung: Frauenberatung Kitzbühel auf Spenden angewiesen
Das Mädchen- und Frauenberatungszentrum in St. Johann hat 2025 über 3600 Hilfsleistungen dokumentiert. Der aktuelle Bericht zeigt: Nach 15 Jahren ist die Einrichtung eine zentrale Stütze für Frauen und Mädchen im Bezirk Kitzbühel.
St. Johann in Tirol – Seit 15 Jahren ist das Mädchen- und Frauenberatungszentrum Bezirk Kitzbühel in St. Johann in Tirol die zentrale Anlaufstelle für Frauen und Mädchen in belastenden Lebenssituationen. Der aktuelle Tätigkeitsbericht für das Jahr 2025 verdeutlicht eindrucksvoll, wie hoch der Unterstützungsbedarf und wie wirkungsvoll die Arbeit der Einrichtung ist.
Im Vorjahr zählte das Zentrum 3674 dokumentierte Leistungen. Diese Zahl umfasst die Beratungs- und Begleitungsarbeit des Teams. Ein wichtiger Erfolgsindikator ist die hohe Abschlussquote: 81 Prozent aller Fälle endeten 2025 erfolgreich.
Obfrau Renate Magerle erklärt den Erfolg: „Für die betroffenen Frauen bedeutete dies, dass entweder eine stabile Perspektive entwickelt oder eine akute Krisensituation nachhaltig entschärft werden konnte.“ Die restlichen 19 Prozent der Beratungen laufen 2026 weiter. Sie umfassen komplexe Fälle wie Rechtsstreitigkeiten oder anhaltende Gefährdungen.
Die Übergangswohnungen sind eine wichtige Säule der Einrichtung. 2025 verzeichneten sie 2147 Nächtigungen von Frauen und Kindern. Diese geschützten Räume ermöglichen den Betroffenen, Distanz zu Gewaltsituationen zu gewinnen. Sie können dort zur Ruhe kommen.
Hohe fachliche Standards
Um den hohen fachlichen Standards gerecht zu werden, investierte das Mädchen- und Frauenberatungszentrum erhebliche Ressourcen in Verwaltung, Dokumentation und Fortbildung. Die lückenlose Erfassung aller Einzeltätigkeiten gewährleistet Transparenz gegenüber Fördergebern und bildet die Grundlage für eine fundierte Wirkungsanalyse. Regelmäßige Supervisionen und fachspezifische Weiterbildungen, unter anderem zu aktuellen Entwicklungen im Gewaltschutzrecht, stellen sicher, dass die Beratungsqualität auf dem neuesten Stand bleibt.
Nur durch die jahrelange Unterstützung von Spendern und Sponsoren, die den Großteil der Finanzierung des Mädchen- und Frauenberatungszentrums tragen, ist der Betrieb möglich. Bei den öffentlichen Geldern ist neben dem Frauenministerium und dem Land Tirol vor allem die Marktgemeinde St. Johann ein großer Unterstützer.
Ein Euro pro Einwohner würde helfen
„Würde jede Gemeinde im Bezirk Kitzbühel das Mädchen- und Frauenberatungszentrum mit einem Euro pro Einwohner und Jahr unterstützen, wäre der laufende Betrieb der Einrichtung nahezu finanziert“, wiederholt Magerle eine jahrelange Forderung.
Mädchen- und Frauenberatungszentrum
- Standort: St. Johann in Tirol
- Besteht seit: 15 Jahren
- Bilanz 2025: 3674 dokumentierte Leistungen
- Erfolgsquote Beratung: 81 Prozent der Fälle erfolgreich abgeschlossen
- Übergangswohnungen: 2147 Nächtigungen von Frauen und Kindern im Jahr 2025
- Weitere Informationen: www.frauenberatung-stjohann.at
- Spendenkonto: IBAN AT78 3626 3000 0511 1380