Svancer erfüllte sich mit Bronze im Big Air Traum von der Olympiamedaille
Das Big-Air-Finale der Freeskier war am Dienstagabend nichts für schwache Nerven. Matej Svancer musste sich dabei lediglich dem Norweger Tormod Frostad und dem US-Amerikaner Mac Forehand geschlagen geben und eroberte mit Bronze Österreichs 17. Olympiamedaille bei den Winterspielen 2026.
Mit Matej Svancer hat bei den Olympischen Spielen in Italien erstmals ein österreichischer Freestyle-Skifahrer eine Medaille abgeräumt. Der 21-Jährige durfte sich beim Big-Air-Bewerb im Livigno Snow Park über Bronze freuen. In einem Finale auf beeindruckendem Niveau bekamen am Dienstag nur der Norweger Tormod Frostad und der US-Amerikaner Mac Forehand bessere Wertungen. Frostad kam auf 195,50 Punkte von 200 möglichen, bei Svancer waren es nach drei Sprüngen 191,25.
„Es fühlt sich unglaublich gut an“, meinte Svancer. Er habe seine zwei letzten Tricks zuvor nicht trainiert, erklärte der Bronze-Gewinner. „Die sind sehr kurzfristig entstanden, weil die anderen nicht gereicht hätten, oder weil sie schon andere gemacht haben. Deswegen war ich auch sehr überrascht, beide zu landen.“ Svancer stimmte auf die Frage zu, ob es der beste Wettkampf gewesen sei, an dem er je teilgenommen habe. „Ich habe noch nie so viele zache Tricks auf einem Haufen gesehen, noch nie in meinem ganzen Leben. Normalerweise passiert so etwas nicht.“
Zeitweise kräftiger Schneefall begleitete das am Abend angesetzte Finale. In der Qualifikation hatte Svancer mit 182,25 Punkten den zweiten Platz belegt und startete damit zunächst als Vorletzter auf den Kicker. Für einen rückwärts angefahrenen Tail Butter Triple Cork 1800 im ersten Durchgang, einen Flug mit fünf vollen Umdrehungen, bekam Svancer 91,75 Punkte und wurde als Fünfter eingereiht. Frostad war da schon in Führung.
Danach ließ er einen Left Hand Drag Triple Cork 1980 folgen - einen Trick, den noch nie zuvor ein Athlet gezeigt hatte. Mit 95,25 Punkten verbesserte sich der Weltcup-Gesamtsieger der Vorsaison auf den dritten Zwischenrang. Zum Abschluss krönte Svancer seine Flugshow mit einem Switch Left Tail Butter Triple Cork 2160 und satten 96,0 Punkten. Forehand bekam für seinen 21er jedoch 98,25 Zähler und blieb damit vor dem Österreicher.
Video | Furioses Finale
„Ich bin oben gestanden und hatte schon fix eine Medaille, da wollte ich natürlich ganz nach oben. Also habe ich den schwersten Trick ausgepackt, den ich noch am Start hatte, beziehungsweise einmal gelandet habe“, erzählte Svancer. „Er ist zum zweiten Mal aufgegangen, also Hunderter-Quote. Aber der Mac hat halt dann noch einmal einen draufgesetzt – und der war auch sehr übertrieben.“
Für Svancer, der in Prag auf die Welt kam, mit seiner Familie aber noch als Kind in den Salzburger Pinzgau übersiedelt ist, war es die erste Olympia-Medaille. Diese werde er nun „über ein paar Wochen verteilt“ feiern, ließ Svance freudestrahlend wissen. Schon vor vier Jahren in Peking hatte er im Big Air zu den Favoriten gezählt, als damals 17-Jähriger klappte es aber noch nicht.
Österreichs Medaillen bei Olympia 2026
Gold (5):
- Benjamin Karl (Snowboard – Parallel-Riesentorlauf)
- Ariane Rädler/Katharina Huber (Ski alpin – Teamkombination)
- Alessandro Hämmerle (Snowboard – Cross)
- Janine Flock (Skeleton)
- Jan Hörl/Stephan Embacher (Skispringen – Super Team)
Silber (8):
- Sabine Payer (Snowboard – Parallel-Riesentorlauf)
- Jonas Müller (Rodeln – Einsitzer)
- Vincent Kriechmayr/Manuel Feller (Ski alpin – Teamkombination)
- Johannes Lamparter (Nordische Kombination Normalschanze/10 km LL)
- Thomas Steu/Wolfgang Kindl (Rodeln – Doppelsitzer)
- Lisa Schulte, Thomas Steu/Wolfgang Kindl, Jonas Müller, Selina Egle/Lara Kipp (Rodeln – Team-Staffel)
- Fabio Gstrein (Ski alpin – Slalom)
- Johannes Lamparter (Nordische Kombination Großschanze/10 km LL)
Bronze (4):
- Selina Egle/Lara Kipp (Rodeln – Doppelsitzer)
- Cornelia Hütter (Ski alpin – Super-G)
- Jakob Dusek (Snowboard – Cross)
- Matej Svancer (Freeski – Big Air)