„Sehr gefährliche Lage“: Land warnt eindringlich nach tödlichen Lawinen in Tirol
Bis zum Wochenende werden große Neuschneemengen in den Bergen erwartet. Starke Winde verschärfen die bereits kritische Lage.
Allein am Mittwoch wurden in Tirol 33 Lawinenabgänge registriert, zwei Menschen kamen dabei ums Leben, ein weiterer wurde kritisch verletzt. Die Lage wird sich aufgrund des Neuschnees und starken Winds vor und am Wochenende weiter verschärfen. Bis Freitagfrüh wurden zusätzliche 20 bis 40 Zentimeter erwartet.
Bereits jetzt gilt in großen Teilen Tirols die zweithöchste Warnstufe 4. Spontane, auch große Lawinen sind hier wahrscheinlich. An vielen Steilhängen können Lawinen leicht ausgelöst werden, auch Fernauslösungen sind typisch.
„Auf Touren im alpinen Gelände verzichten“
Sicherheitslandesrätin Astrid Mair und der Lawinenwarndienst raten zu höchster Vorsicht: „Die Kombination aus Neuschnee, starkem Wind und einer sehr schwachen Altschneedecke führt zu einer sehr gefährlichen Lage im freien Gelände.“ Ihr eindringlicher Appell lautet: „Auf den gesicherten Pisten bleiben und auf Touren im alpinen Gelände vorerst verzichten – zur eigenen und der Sicherheit aller.“
Der starke Wind aus wechselnden Richtungen führt zu umfangreichen Triebschneesammlungen. Auf der sehr schwachen Altschneedecke führt das dazu, dass Lawinen sehr leicht ausgelöst werden können. „Besonders während der intensiven Niederschläge ist mit spontanen Lawinenabgängen zu rechnen. Aber auch danach bleibt die Schneedecke über das gesamte kommende Wochenende hinweg äußerst störanfällig“, erklärt Matthias Walcher vom Lawinenwarndienst Tirol.
Wer Negativlawinen beobachtet – Abgänge, wo niemand zu Schaden kommt – sollte diese auch unbedingt der Leitstelle Tirol melden. Das ist über den Notruf 144, den Alpinnotruf 140 oder über die SOS-EU-Alp-App möglich. (TT.com)
Mehr als 30 Abgänge