TT-Tourentipp

Ein Ort und viele Rodel-Möglichkeiten: Tour zum Hohen Sattel in der Leutasch

Der Hohe Sattel scheint unspektakulär, zum Rodeln hat er allerdings einiges zu bieten.
© Irene Rapp

Nicht allzu lang. Dafür keine Hütte zum Einkehren. Braucht es auch nicht, wie die Rodelbahn zum Hohen Sattel in der Leutasch beweist.

Das Satteltal zieht mit Start in Leutasch südlich der Arnspitzgruppe von Westen nach Osten. Höchster Punkt ist der Hohe Sattel auf 1495 Meter Höhe - danach geht es, die meiste Zeit auf einem Steig, hinab nach Scharnitz. Weil jedoch von Leutasch eine Forststraße in die Höhe zieht, kann dieser im Winter als Rodelbahn genutzt werden. Präpariert wird die Strecke vom TVB. Wir sind vergangenen Sonntag auf den Hohen Sattel und genossen die Abfahrt - inzwischen dürfte noch ein wenig mehr Schnee dazugekommen sein.

Start im Ortsteil Ahrn

Nach Leutasch zum Ortsteil Ahrn. Apropos: Leutasch hat unvorstellbare 24 Ortsteile, Ahrn befindet sich am östlichen Ende in Richtung Mittenwald in Bayern. Dort - beim Ahrnerhof - rechts über die Leutascher Ache und bis zu einem Parkplatz.

Ab hier ist das Ziel klar: Es geht auf dem Forstweg in dichtem Wald, meist gemütlich ansteigend hinauf. Zu bewältigen sind ein wenig über 3 Kilometer sowie 388 Höhenmeter, im zweiten Teil der Strecke wird es steiler. Die Strecke ist auch mit größeren Kindern gut machbar. Beleuchtung ist allerdings keine vorhanden.

Ziemlich am Anfang gibt es links eine Wildtierfütterung. Ein paar Meter weiter sticht am linken Wegrand ein an Bäumen angebrachter Bogen mit dem verwitterten Schriftzug „Naturrodelbahn Hoher Sattel“, ins Auge, darunter befinden sich Wegweiser zu weiteren Zielen. Im Sommer kann nämlich über den Forstweg und den Hohen Sattel u.a. die Arnplattenspitze bestiegen werden, mit 2171 Metern die zweithöchste Erhebung in der Arnspitzgruppe.

Zu Beginn geht es an einem hölzernen Bogen mit Hinweis auf die Rodelbahn vorbei .
© Irene Rapp

Zurück zum Winter und der Rodelbahn: Kurven gibt es so gut wie keine, dafür Passagen mit einem Gefälle von fast 15 Prozent. Das verleiht der Abfahrt vor allem im zweiten Teil einen angenehmen Kick, weil es richtig schnell werden kann.

Überlaufen ist die Rodelbahn auch nicht, möglicherweise, weil am Ende eine Hütte fehlt. Das ist allerdings nicht wirklich notwendig, da es in Leutasch sowie dem angrenzenden Seefeld genügend Einkehrmöglichkeiten gibt. Und noch einen großen Vorteil hat die Rodelbahn Hoher Sattel: Da sie westwärts ausgerichtet ist, kann ihr die Sonne wenig anhaben, was Schneesicherheit bedeutet. Bei der Fahrt am Sonntag haperte es nur ganz zum Schluss an der weißen Pracht, das dürfte sich in der Zwischenzeit geändert haben.

Mündet die Forststraße in ein Hochplateau ein, ist das Ende der Strecke erreicht. Bei gutem Wetter kann man u.a. die Arnspitzgruppe sehen, zu sehen ist auch ein Schilderbaum mit Wegweisern samt Stempelstelle. Ein wenig weiter im Osten steht eine Holzhütte, doch wie gesagt: hier heroben gibt es keine Einkehr.

Hämmermoosalm

Wer hingegen eine Einkehr nach dem Aufstieg sucht, muss in Leutasch ins Gaistal. Dort hat die Hämmermoosalm (1400 Meter) täglich - außer am Mittwoch - geöffnet. Die Rodelbahn ist in Betrieb, zu bewältigen sind rund 2 Kilometer und 196 Höhenmeter. Auch die Möglichkeit, sich eine Rodel auszuleihen, besteht.

Rodelbahn Hoher Sattel (1495m)/Wettersteingebirge/Leutasch

Start: Leutasch/Ortsteil Ahrn (1097m). Direkt am Waldrand großer Parkplatz, gebührenpflichtig/Münzautomat.

Höhenmeter/Entfernungskilometer bis zum Hohen Sattel (1495m): rund 388 Höhenmeter, 3,19 Kilometer.

Gehzeit: ab 1 Stunde.

Einkehrmöglichkeiten: unterwegs keine, dafür in Leutasch und dem angrenzenden Seefeld.

Informationen: Aktuelle Infos zu den Bedingungen der Rodelbahnen in ganz Tirol finden sich unter winterrodeln.org.

Und noch ein Tipp: Wer sich den Aufstieg überhaupt ersparen will, weicht ins Skigebiet Katzenkopf in Leutasch aus. Dort gibt es eine eigene Rodelbahn, auch Nachtrodeln wird laut Homepage angeboten.

Zurück zum Hohen Sattel: Die Abfahrt war in der Winterlandschaft zuletzt ein Traum, nicht zuletzt aufgrund der guten Präparierung und der Tatsache, dass es keine vereisten Stellen gab. Die fehlenden Kurven haben den Abfahrtsspaß nicht beeinträchtigt, im Gegenteil.