In andere Klinik überstellt

Österreichischer Bob schwer gestürzt: Mandlbauer mit Problemen an Halswirbelsäule

Jakob Mandlbauer und seine Crew stürzten schwer.
© Screenshot/ORF

Cortina d'Ampezzo – Bob-Pilot Jakob Mandlbauer ist am Samstag im olympischen Vierer-Bewerb zu Sturz gekommen und ins Krankenhaus gebracht worden. Der Schlitten des Steirers und seiner Crew ist nach Rang 21 im Auftakt-Heat in Lauf zwei in Kurve 9 der Eisröhre umgekippt und fast bis ins Ziel gerutscht. Die Anschieber Sebastian Mitterer, Daiyehan Nichols-Bardi, Daniel Bertschler kletterten aus dem Bob. Mandlbauer blieb liegen, nach 15 Minuten wurde er per Trage geborgen und ins Krankenhaus Codovilla gebracht.

Dort wurde Mandlbauer umfassend erstuntersucht und am Nachmittag zur weiteren Überwachung einer Bandscheibenproblematik der Halswirbelsäule im Bereich C5/C6 ins Spital von Treviso überstellt, wie das ÖOC erklärte. „Die Verlegung dient ausschließlich der weiteren medizinischen Überwachung, um jedes Risiko auszuschließen“, erklärte ÖOC Chief Medical Bernhard Unterkofler.

Video | Sturz vom Bob-Team Mandlbauer

„Es war wieder in Kurve neun, da sind wir im Training schon mal gestürzt“, erklärte Bertschler danach. „Die Einfahrt war nicht perfekt, dadurch war hinten raus nicht mehr viel zu machen. Wir waren froh, dass der ÖOC-Arzt gleich zur Stelle war und sich um uns gekümmert hat.“

Nach einem kapitalen Fehler am Start des ersten Laufs ist Markus Treichl am Samstag im Medaillenrennen des olympischen Viererbob-Bewerbs in Cortina d'Ampezzo als Zehnter nach zwei Läufen zurück. Sein Rückstand auf die Podestplätze beträgt exakt eine halbe Sekunde, drei deutsche Schlitten mit Johannes Lochner an der Spitze liegen voran.

Mandlbauer musste auf einer Trage abtransportiert werden.
© TIZIANA FABI

Treichl hatte nichts vom Sturz seines Landsmanns mitbekommen, war in Vorbereitung auf den zweiten Lauf. Da betrieb er mit der sechstbesten Zeit Schadensbegrenzung. "Leider hatte ich einen Riesenfehler im ersten Lauf", erklärte der Tiroler. "Nach der Startspur bin ich ein bisschen zu weit links gefahren und ins Starteck rein. Da stimmt dann die ganze Passage in den ersten zwei Kurven nicht. Das kostet unglaublich viel Zeit." Die weitere Fahrt habe er dann gut erwischt. "Auch die zweite war akzeptabel." Nach einer Analyse wollen er und die Seinen am Sonntag noch einmal angreifen.

Markus Treichl ärgerte sich über den Fehler am Start im ersten Lauf.
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Der 32-Jährige hatte sich mit den Anschiebern Sascha Stepan, Markus Sammer und Kristian Huber nach starken Trainingsleistungen durchaus Medaillenchancen ausgerechnet, die insgesamt drittbeste Startzeit in Lauf eins hätte auch noch gepasst. Die Crew um Zweier-Olympiasieger Lochner mit Thorsten Margis, Jörn Wenzel und Georg Fleischhauer hatte 0,43 Sek. Vorsprung auf die Truppe von Titelverteidiger Francesco Friedrich, Adam Ammour und Co. lagen weitere 0,16 Sek. zurück. Treichl verlor im zweiten Lauf auf den Leader nur noch zwei Zehntel.

Der so wie Treichl im Training überzeugende Lokalmatador Patrick Baumgartner ist hinter dem Schweizer Michael Vogt (+0,71) Fünfter (+0,78). Die Entscheidung fällt am Sonntag in den Läufen drei und vier (10.00 und 12.15 Uhr). (TT.com/APA)