EU-weiter Test deckt auf

Viele Spielzeuge aus Drittländern als gefährlich eingestuft

Viele bestellte Waren aus Drittstaaten entsprechen nicht den Produkt- und Sicherheitsvorschriften der EU.
© Oliver Berg

78 Prozent der in Österreich getesteten Kindespielzeuge aus Drittländern verstoßen gegen Sicherheitsvorschriften der EU.

Temu, Amazon, Shein: Mehr als die Hälfte der aus Drittländern in die EU bestellten Waren entspricht nicht den hiesigen Produkt- und Sicherheitsvorschriften. Zu diesem Schluss kam eine europaweite Kontrollaktion des Zolls, wie es in einer Aussendung des Ministeriums für Konsumentenschutz am Sonntag hieß. In Österreich wurden 69 Kinderspielzeugbestellungen getestet, 78 Prozent entsprachen demnach nicht den EU-Sicherheitsvorschriften.

Die Hauptgründe waren verschiedene Kennzeichnungsmängel, darunter fehlende CE-Kennzeichnungen, unzureichende Warnhinweise sowie Mängel in der sprachlichen Ausführung der Kennzeichnung. Geprüft wurde vom Bundesamt für Verbrauchergesundheit und dem Zollamt Österreich.

Gefährliche Produkte

Europaweit wurden rund 20.000 Spielzeuge und kleine Elektrogeräte kontrolliert. 84 Prozent der ausgewählten Produkte wurden nach einem Labortest als gefährlich eingestuft. "Der Online-Boom darf nicht auf Kosten der Sicherheit unserer Kinder gehen. Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet, dass jedes Produkt - egal woher es kommt - denselben strengen EU-Regeln unterliegen muss", sagte Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ), Staatssekretärin für Konsumentenschutz.

In den vergangenen Jahren hat der Online-Handel mit elektrischen Geräten stetig zugenommen. So habe sich das Volumen der in die EU versendeten Kleinsendungen seit 2022 jährlich verdoppelt, hieß es vom Ministerium. Mittlerweile würden solche Kleinsendungen 97 Prozent aller Lieferungen ausmachen.

Zölle für Kleinsendungen

Dagegen will Brüssel vorgehen: Kleine Waren aus Nicht-EU-Ländern werden künftig teurer. Bisher waren Pakete, die in die Union geschickt wurden und einen Wert unter 150 Euro hatten, zollfrei. Doch mit 1. Juli 2026 ändert sich das. Ab dann beträgt der einheitliche Zollsatz drei Euro. Damit will man die Zahl der Bestellungen aus Drittstaaten reduzieren.

"Die Flut von Kleinsendungen aus Drittstaaten, die in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen ist, stellen nicht nur für den europäischen Binnenmarkt eine Herausforderung dar, sondern auch für die Gesundheit und den Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher, wie der hohe Prozentsatz der als gefährlich eingestuften Produkte zeigt", sagte Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ). (APA)