„Handwerker schaffen ein Zuhause“
Peter Eberharter aus Weerberg hat seinen Traum vom eigenen Unternehmen verwirklicht.
Herr Eberharter, wie verlief Ihr beruflicher Werdegang?
Peter Eberharter: Sehr gut! Alles begann mit der Lehre zum Platten- und Fliesenleger (1997) in meiner Heimatgemeinde am Weerberg, die ich im Jahr 2001 mit dem Gesellenbrief abschloss. Da ich immer schon offen für Neues war, entschloss ich mich 2003, meine Meisterprüfung mit Unternehmerprüfung mit nur 22 Jahren zu absolvieren. Mit dem Meisterbrief in der Hand arbeitete ich noch einige Jahre als Fliesenleger und entwickelte dabei eine neue Leidenschaft für den Ofenbau. Schnell holte ich die 3. Klasse der Hafner nach und beendete schließlich meinen 2. Lehrberuf 2008 mit dem Meisterbrief. Mit diesen Voraussetzungen beschloss ich 2010, mich selbstständig zu machen. Mittlerweile bin ich auch als Prüfer für Meister- und Gesellenprüfungen tätig.
Was hat Sie dazu bewogen, in Ihrer Jugend eine Lehre zu beginnen?
Eberharter: Ich war immer schon handwerklich interessiert. Als mein ältester Bruder mit seinem Hausbau angefangen hatte, kam ihm die Idee, ich solle doch Fliesenleger werden, da er noch einen brauchen könnte. Die Idee hat mir so gut gefallen, dass ich sofort ein paar Tage schnuppern gegangen bin. Ich habe mich für den Fliesenlegerbetrieb in unserer Gemeinde entschieden. Hier hat es mir so gut gefallen, dass ich sofort den Lehrvertrag unterschrieb.
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrem Beruf?
Eberharter: Vor allem die Vielfältigkeit. Man ist kreativ, hat Gestaltungsfreiheit, trifft interessante Menschen, hat viel Kontakt mit Kunden und Geschäftspartnern, man schafft mit seinen Händen ein Ergebnis, wo sich der Kunde freut, und bleibt nebenbei noch fit.
Beschreiben Sie die Angebotspalette Ihres Betriebes.
Eberharter: Wir kümmern uns um die komplette Sanierung des Bades; Fliesen- und Plattenverlegung im Innen- und Außenbereich; Ofenbau; kleine Maurerarbeiten und diverse Spachteltechniken.
Warum ist es so schwierig, Jugendliche für einen Lehrberuf zu begeistern?
Eberharter: Das ist der Wandel der Zeit, denn den Jugendlichen wird heutzutage oft vermittelt, dass man weitaus bessere Chancen auf einen guten Job mit mehr Gehalt hat, wenn man eine weiterführende Schule besucht oder ein Studium absolviert. In der Schule wird man nämlich nicht schmutzig, es ist nicht kalt und man hat mehr als 5 Wochen Urlaub im Jahr.
Was raten Sie jungen Lehrlingen?
Eberharter: Sich Zeit zu nehmen bei der Berufsauswahl, an die Betriebe in der eigenen Gemeinde zu denken. Nie das Interesse am Erlernten zu verlieren, auch einmal durchzubeißen, wenn es schwierig ist.
Wie sehen Sie die Karrierechancen in Ihrem Beruf?
Eberharter: Der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften und Lehrlingen ist derzeit enorm hoch. Spezialisierte Fachkenntnisse in diesem Beruf sind der Schlüssel zur Karriere. Es gibt unzählige Weiterbildungsmöglichkeiten und eines darf man nicht vergessen, jeder braucht ein Zuhause – und das ist nur möglich, wenn es auch weiterhin Handwerker gibt. (guwa)