Restkarten ab Ende März

Keine Taschen, strenge Kontrollen: Der ESC in Wien wird zur Sicherheitszone

Österreich wird heuer von Sänger Cosmó und dem Song „Tanzschein“ vertreten.
© ORF/Thomas Ramstorfer.

Metalldetektoren, Röntgenstrahlen, Spürhunde, personalisierte Tickets und lange Wartezeiten beim Einlass: Der 70. Eurovision Song Contest in Wien setzt auf ein umfassendes Sicherheitskonzept. Der Greenroom soll dafür Kaffeehausflair versprühen. Restkarten gehen im März in den Verkauf.

Wien – Wenn Mitte Mai der 70. Eurovision Song Contest in Wien über die Bühne geht, wird die Wiener Stadthalle zu einer Hochsicherheitszone. ORF und Polizei sprechen offen von „Flughafensicherheit“: Metalldetektoren, Röntgenstraßen, Spürhunde und eine konsequente No-Bag-Policy sollen einen möglichst sicheren Ablauf garantieren.

Taschen aller Art – selbst Bauch- und Handtaschen – sind im Publikum nicht erlaubt. Zugelassen ist nur, was in die Hosentasche passt. Eine Ausnahme gilt für transparente Behältnisse bis maximal A6-Format. Für mitgebrachte Taschen werden rund um die Stadthalle Schließfächer eingerichtet. Besucherinnen und Besucher sollten jedenfalls längere Wartezeiten beim Einlass einplanen.

Der 70. Eurovision Song Contest findet von 12. bis 16. Mai in der Wiener Stadthalle statt.
© ROLAND SCHLAGER

400 Seiten Sicherheitskonzept

Das Sicherheitskonzept umfasst laut ORF rund 400 Seiten. Es gehe weit über gesetzliche Mindestanforderungen hinaus, erklärte Event-Chef Oliver Lingens bei einer Pressekonferenz im ORF-Zentrum. Behandelt werde alles – von der Übernahme der Stadthalle bis zum letzten Besucher, der das Gelände verlässt. Sämtliche Personen, die beim ESC beschäftigt sind, werden bereits im Vorfeld Sicherheitschecks unterzogen. Equipment muss mehrere Kontrollschleusen passieren, zusätzlich wurden 180 neue Kameras installiert.

Wiens Landespolizeivizepräsident Dieter Csefan betonte die Erfahrung der Wiener Polizei bei Großveranstaltungen. Derzeit gebe es keine konkreten Gefährdungshinweise. Extremistisch motivierte Akteure seien aber ein Faktor, den man stets mitdenken müsse. Entsprechend stehe man auch im Austausch mit internationalen Partnern.

Pro Veranstaltungstag sind rund 500 Sicherheitskräfte allein in der Stadthalle im Einsatz. Die Polizei wird uniformiert und in Zivil präsent sein, unterstützt von Spezialkräften und Diensthunden. Auch Maßnahmen zur Drohnenabwehr sind vorgesehen. Zusätzlich wurde gemeinsam mit dem Innenministerium und der EBU eine Cybersecurity-Koordinationsgruppe eingerichtet, um digitale Infrastruktur, Buchungssysteme und WLAN-Netze zu schützen.

Zu möglichen besonderen Sicherheitsvorkehrungen für einzelne Delegationen äußerte sich der ORF nicht im Detail. Die Sicherheit aller Beteiligten habe oberste Priorität, hieß es.

Trotz des großen technischen Aufwands soll der ESC ein nachhaltiges „Green Event“ werden.
© APA/ Wieder Design Studios

Restkarten ab Ende März

Alle Tickets sind personalisiert. Beim Einlass gilt – mit Ausnahme von Kindern – Ausweispflicht. Ausdrucke oder Screenshots reichen nicht aus: Der QR-Code verändert sich laufend, um Fälschungen zu verhindern.

Restkarten gehen am 26. März um 15 Uhr in einer zweiten Verkaufswelle in den Verkauf. Es handelt sich um einige Tausend Tickets, die unter anderem von Delegationen oder Partnerorganisationen nicht abgerufen wurden. ORF-Generaldirektor Roland Weißmann riet Interessierten, sich rechtzeitig zu registrieren: Auch diesmal dürfte der Andrang groß sein.

Kaffeehaus statt Backstage-Neutralität

Abseits der Sicherheitsdebatte setzt der ORF auf Atmosphäre. Der Greenroom, Aufenthaltsbereich für Künstlerinnen, Künstler und Delegationen, soll heuer bewusst anders aussehen. ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz kündigte ein Konzept mit Wiener Kaffeehausflair an. Der Raum werde nicht nur gestaltet, sondern auch bespielt. Zudem gelangen die ESC-Teilnehmer über einen Steg durch das Publikum direkt zur Bühne – mitten ins Geschehen.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat Cosmós Song „Tanzschein“ inzwischen mehrfach gehöhrt – und dazu, sagt er er selbst, auch schon ein Tänzchen gewagt.
© IMAGO/Isabelle Ouvrard

Nachhaltigkeit als Referenzprojekt

Auch beim Thema Nachhaltigkeit will der ORF Akzente setzen. Der ESC solle ein Lern- und Referenzprojekt für internationale Großveranstaltungen werden, sagte Executive Producer Michael Krön.

Und ein wenig ESC-Euphorie schwang am Ende doch mit: ORF-Chef Weißmann bekannte, den Song „Tanzschein“ des österreichischen Starters Cosmó mittlerweile mehrfach gehört zu haben – inklusive eines kleinen Tänzchens. Die Frage, ob Österreich wieder gewinnen könnte, stelle sich ihm jedenfalls schon. (APA, TT)

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