Südtirolerin Passler über Dopingverdacht: „Das Schlimmste, was passieren kann“
Die italienische Biathletin Rebecca Passler, die wegen eines positiven Dopingbefunds vorläufig von den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina suspendiert worden war, beklagt, respektlos behandelt worden zu sein. „Es war das Schlimmste, was einer Athletin passieren kann. Ich war am Boden zerstört“, schrieb die 24-jährige Südtirolerin und Freundin des österreichischen Biathleten Dominic Unterweger in ihren sozialen Netzwerken.
„Alles, wofür ich gearbeitet hatte, jeder einzelne Tag, Monat und jedes Jahr, in dem ich einem Traum nachgejagt bin, schien in einem einzigen Moment zerstört. Außerdem wurde ich nicht mit dem Respekt behandelt, den jeder Mensch verdient. Neben meiner Rolle als Athletin bin ich vor allem ein Mensch. Ich habe Gefühle“, schrieb die Italienerin auf Englisch und veröffentlichte dazu ein Foto, das sie umarmt mit einem Maskottchen der Winterspiele zeigt.
Passler war bei einer Kontrolle außerhalb des Wettkampfs im Jänner positiv auf Letrozol getestet worden. Die Athletin argumentierte, es habe sich um einen Fall von Verunreinigung gehandelt, das konnte sie in einem Eilverfahren glaubhaft nachweisen. Grund war laut italienischen Medien ein Löffel, der mit dem Medikament in Kontakt gewesen sei und später beim Essen benutzt wurde. Passlers Mutter leide unter Brustkrebs, deswegen befand sich das Medikament in dem Haushalt.
Kein Olympia-Einsatz
Zum Einsatz kam Passler nach Aufhebung ihrer vorläufigen Suspendierung während der Spiele in ihrem Heimatort Antholz nicht mehr. Sie wolle aber weiterkämpfen. Sie habe von vielen Menschen an ihrer Seite auch unglaubliche Unterstützung erhalten, betonte die Athletin. „Jetzt ist es für mich an der Zeit, nach vorne zu schauen. Neue Ziele zu setzen. Zu kämpfen. Stärker zu werden. Niemals aufzugeben. Die Reise geht weiter.“ (APA, TT.com)
Wende im Fall der Südtirolerin
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