„Raeter und Römer im Krautfeld“

Tiroler Museumspreis 2025 geht an das Heimatmuseum Oberhofen

Das Heimatmuseum in Oberhofen wurde 1986 eröffnet. Gut 40 Jahre später wurde es mit der höchsten Landesauszeichnung im Museumswesen prämiert.
© Land Tirol/Sidon

Das Heimatmuseum Oberhofen im Inntal wurde für die „Auf den Spuren der Raeter und Römer im Krautfeld“ mit der mit 6000 Euro dotierte Auszeichnung gewürdigt. Ein Anerkennungspreis ging an den Schrofenhof in St. Leonhard im Pitztal.

Oberhofen – Das Heimatmuseum Oberhofen im Inntal erhält den Tiroler Museumspreis 2025. Die höchste Landesauszeichnung im Museumswesen ist mit 6000 Euro dotiert.

Ausgezeichnet wurde insbesondere die Ausstellung „Auf den Spuren der Raeter und Römer im Krautfeld“. Sie vermittle historische Zusammenhänge anschaulich und eröffne neue Perspektiven auf die Geschichte der Region, hieß es vonseiten des Landes. Die Präsentation mache Vergangenheit lebendig erfahrbar und stärke zugleich das Bewusstsein für die regionale Identität.

Kulturreferent und Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) hob in seiner Würdigung auch das ehrenamtliche Engagement hervor, das hinter dem Projekt steht. Zahlreiche Freiwillige hätten mit Fachkenntnis und großem Einsatz zur Umsetzung beigetragen. Gerade im „Jahr des Ehrenamts 2026“ werde deutlich, wie stark viele kulturelle Einrichtungen in Tirol von freiwilliger Mitarbeit getragen werden.

Das Heimatmuseum Oberhofen

Das Heimatmuseum Oberhofen wurde 1986 eröffnet. Es ist im Dachgeschoss des Anfang der 1980er Jahre errichteten Gemeindehauses untergebracht und umfasst rund 170 Quadratmeter Ausstellungsfläche.

Die Gründer um den früheren Bürgermeister Franz Mader trugen über Jahre hinweg Gerätschaften aus der bäuerlichen Lebenswelt, alten Hausrat sowie zahlreiche Werkzeuge des traditionellen Handwerks zusammen.

Seit 2015 verfügt das Museum über ein zweites Standbein: Damals wurden auch rätische und römische Funde in die Ausstellung integriert, die 2011 überraschend im Pircherwald entdeckt worden waren. Ein offener Bereich im östlichen Teil des Museums dient zudem für wechselnde Präsentationen. Betreut wird das Haus vom Oberhofer Chronisten- und Museumsteam, das die Sammlung kontinuierlich erweitert und die regionale Geschichte lebendig hält.

Weitere Infos: www.museum-oberhofen.at

Ehrenamtliches Projekt mit überregionaler Wirkung

Auch die Jury – der Kulturbeirat für Denkmalpflege und Museumswesen – betonte den Beitrag des Museums zum kulturellen Selbstverständnis der Gemeinde. Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein archäologischer Fund im sogenannten Krautfeld, der die Geschichte Oberhofens neu erzählt und museal aufgearbeitet wurde.

Begleitende Vermittlungsangebote wie Vorträge, Führungen und Workshops sowie Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Facharchäologen sichern laut Jury die fachliche Qualität und regionale Verankerung des Projekts.

Eine selbst finanzierte Publikation macht die Forschungsergebnisse dauerhaft zugänglich.

Bemerkenswert sei vor allem, dass ein ausschließlich ehrenamtliches Team mit sehr begrenztem Budget ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt von überregionaler Bedeutung umgesetzt habe.

Anerkennung für den Schrofenhof im Pitztal

Neben dem Hauptpreis vergab das Land Tirol auch einen Anerkennungspreis. Er geht an den Schrofenhof in St. Leonhard im Pitztal.

Die Jury würdigte dort vor allem die museale Gestaltung des historischen Ensembles. Das Gebäude mit seiner originalen Innenausstattung vermittle ein eindrucksvolles Bild der Sozial- und Alltagsgeschichte des Pitztals.

Besucherinnen und Besucher werden durch das Haus geführt, ergänzt durch Kurzpublikationen und ausführliche Chroniken zur Geschichte der Familie Schöpf und des Hofs.

Der Hof wurde denkmalgerecht saniert. Auch das hob die Jury loben hervor. Das Projekt mache regionale Geschichte sichtbar und sei ein nachhaltiger kultureller Mehrwert für die Region. Landeshauptmann Mattle sprach von einem „musealen Juwel“, das durch die Zusammenarbeit mehrerer Gemeinden ermöglicht worden sei. (TT)

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