Spendete mit Märchen Trost: YouTuberin „Marmeladenoma“ mit 94 Jahren gestorben
Helga Sofia Josefa, bekannt als „Marmeladenoma“, war kein normaler Internet-Star. Mit ihren Märchenerzählungen verbreitete sie jahrelang Liebe und Hoffnung im Netz. Am Mittwoch verstarb die Online-Oma im Alter von 94 Jahren.
Kaum eine Seite im Internet ist so durchgehend positiv und lebensfroh wie der Kanal der wohl ältesten YouTuberin und Streamerin Deutschlands, der „Marmeladenoma“. Jeden Samstag ab 20 Uhr lauschten tausende Menschen im Livestream ihren Märchen, Balladen und Geschichten aus der Vergangenheit.
Am 28. Februar verabschiedete sich Helga Sofie Josefa, wie die „Marmeladenoma“ eigentlich hieß, zum letzten Mal in einem Stream von ihren über 200.000 Abonnenten. Sie verstarb nur wenige Tage später, am 4. März, unerwartet im Kreise der Familie. Das teilte ihr Enkel Janik in den sozialen Medien mit, der den Kanal seiner Oma betreute.
Sie hinterlässt damit ein tiefes Loch auf YouTube und in den Herzen vieler Menschen. „Bei dir konnte man sich fallen lassen, einfach eine Enkelin sein“, schrieb eine Userin unter ihren letzten Stream auf YouTube. Viele sprachen davon, wie viel Hoffnung und Trost ihnen die Videos spendeten. An kaum einem anderen Ort im Internet konnte man so sehr Zeit und Sorgen vergessen wie auf dem Kanal der „Marmeladenoma“.
YouTube-Star mit über 80
Sie startete ihre Internetkarriere im Jahr 2016 – mit damals schon weit über 80 Jahren. Damals wollte ihr Enkel Janik, der selbst schon aus dem Märchenalter herausgewachsen war, wieder mehr Zeit mit seiner Oma verbringen. Die Idee der Märchen-Livestreams wurde geboren, als Janik ihre Liebe zu Büchern und Geschichten mit seiner Affinität zu Computern verband. Und weil sie nun mal so gute Marmelade kochte, wurde das Format „Die Marmeladenoma“ getauft.
📽️ Video | Der letzte Stream der „Marmeladenoma“
In Pension gehen, das kam für die gebürtige Deutsche nie infrage. Sie wollte den Menschen Hoffnung schenken und mehr Liebe in die Welt bringen, wie sie in mehreren Interviews sagte. Mit ihrem Format gewann sie mehrere Preise, darunter den begehrten Webvideopreis im Jahre 2017. Ihr Leben verewigte sie vor drei Jahren in der Biografie „Mein Leben ist (k)ein Märchen“.
In ihrem Fall ist es wohl gut, dass das Internet nicht vergisst. Somit bleiben auch die zahlreichen Geschichten für immer erhalten, die so viele Menschen in schweren Zeiten aufgemuntert haben. (TT.com)