Öffentlicher Aufruf

Angeblich Österreicherin: Identität von obdachloser Frau in Rom gesucht

Die Frau nennt sich Isabella und kommt angeblich aus Österreich.
© Facebook/Chi l'ha visto

Im italienischen Fernsehen wird nach der Identität einer obdachlosen Frau gesucht: Isabella wurde angeblich 1932 in Österreich geboren.

Rom – In Rom sorgt der Fall einer obdachlosen Frau, deren Identität unbekannt ist, für Aufmerksamkeit. Die Frau nennt sich Isabella und gibt an, im Juni 1932 in Österreich geboren zu sein. Dokumente besitzt sie nicht. Nach Angaben der katholischen Hilfsorganisation Comunità di Sant'Egidio lebt sie seit Jahren auf der Straße in Rom. Nun soll ihre Identität im Zuge einer TV-Show geklärt werden.

Die Sozialstadträtin Roms, Barbara Funari, hat sich mit einem öffentlichen Aufruf an die von RAI ausgestrahlte Fernsehsendung „Chi l'ha visto?“ („Wer hat sie gesehen?“) gewandt, die bei der Suche nach Vermissten hilft. Fotos der Frau wurden veröffentlicht. Ziel ist es, ihre Identität zu klären, um ihr medizinische und soziale Hilfe zu ermöglichen. Eine freiwillige Helferin entdeckte Isabella im römischen Stadtteil Monte Mario und versorgt sie seit einiger Zeit mit Essen und Decken. Mit Unterstützung der Sozialdienste wurde inzwischen eine vorübergehende Unterkunft organisiert.

Obdachlose spricht verschiedene Sprachen

Die Frau spricht verschiedene Sprachen. Im Laufe der Jahre hat sie unterschiedliche Nachnamen angegeben, darunter historische Persönlichkeiten. Nach Angaben der Stadtverwaltung tauchte Isabella erstmals Ende der 1990er-Jahre in Rom auf. Die Behörden hoffen nun, dass Zuschauer der Sendung sie erkennen und Hinweise zu ihrer Herkunft geben können. Ohne Identität ist eine umfassende Betreuung durch Sozial- und Gesundheitsdienste nur eingeschränkt möglich.

Ein ähnlicher Fall hatte sich kürzlich ebenfalls in Rom ereignet: Ein obdachloser Mann ohne Papiere konnte nach einem öffentlichen Aufruf identifiziert werden und nach mehreren Jahren seine Familie wiederfinden. Dabei handelte es sich um einen 42-jährigen Litauer, der nach vier Jahren auf der Straße seine Angehörigen wiedertreffen konnte. (APA)