Volleyballerinnen zögern: Der Aufstieg scheitert nicht an sportlichen Kriterien
Tirols Damen-Volleyball-Teams dominieren die zweite Bundesliga, ein Aufstieg in die erste wäre möglich. Allerdings bislang nur theoretisch.
Platz eins und zwei im Grunddurchgang, das ÖVV-Cup-Finale der Zweitligistinnen und auch jetzt in der ersten Runde der Relegation am Wochenende: Die Tiroler Volleyballerinnen setzen sich in Szene. Im zweithöchsten Bewerb Österreichs sind die Damen-Teams von SU Inzingvolley/Mils und TI-volley eine Klasse für sich. Sportlich scheint es allemal für die erste Bundesliga zu reichen.
Trotzdem ziert man sich, wenn es um eine Ansage für die kommende Saison geht. „Es ist irrsinnig schade, dass niemand in der höchsten Klasse spielt, denn es sollte in Tirol schon unser Anspruch sein, Erstliga-Teams zu stellen“, sagt Simone Steger, Volleyball-Sektionsleiterin bei der SU Inzingvolley. Aber – und das hält sich hartnäckig: „Es darf nicht auf Kosten von allem anderen im Verein gehen.“ Wenn etwa Nachwuchstrainings ausfallen müssten, weil alle aufgrund des Aufwands ausgebrannt seien.
Ihr Gegenüber, Karin Blätterbauer-Krummenacher, Obfrau von TI-volley, ist ähnlich zurückhaltend: „Wir wollen zuerst abschließen und schauen dann. Es war kein leichtes Jahr.“ Nach dem Rückzug in die zweite Liga samt finanziellem Neubeginn steht man nun solide da. Das solle so bleiben.
Acht Trainingsorte, keine Halle
An sonst herkömmlichen Kriterien scheitert es derzeit bei keinem der beiden. „Wir wären sportlich gerade so weit, oben mal Luft zu schnuppern“, sagt Steger. Man wäre zwar keiner der „Big Player“ in der ersten Liga, aber mit den aktuellen Gegnern in der Relegation jetzt, wie St. Pölten und Purgstall (9. bzw. 10. des AVL-Grunddurchgangs), könne man mithalten. Das habe man auch in den letzten Jahren bereits beweisen. „Wir kämpfen mehr mit dem Drumherum – riesige Kämpfe“, relativiert Inzings Verantwortliche.
Aktuell trainiere man in acht (!) verschiedenen Hallen. Mit Bällen und sonstigen Utensilien ziehen die Spielgemeinschafterinnen aus Inzing und Mils durch die Innsbrucker Umgebung. Selbst die Heimspielstätte in Zirl ist zu klein. Bereits für die Relegation jetzt. „Wir brauchen immer eine Ausnahmegenehmigung“, so Steger. Ein Nein zum Aufstieg gibt es trotzdem (noch) nicht: Man werde demnächst in einer Vorstandssitzung entscheiden.
TI-volley zögert ebenso. Der Fokus liege noch auf der österreichischen U18-Meisterschaft im Mai dann, sagt Blätterbauer-Krummenacher. Nach Platz zwei im U20-Bewerb hofft man wieder vorn dabei zu sein. In der ersten Liga allerdings weniger. Bereits die Relegation (läuft bis 26. April) sei herausfordernd, die AVL ohnehin mit etwa eigenem Statistiker, Tablets für die Trainer, spezieller Kamera, fünf Ballkindern, Kantine mit zumindest zwei Personen, vermehrten Aufbauarbeiten bei TV-Spielen, und, und, und. „Die erste Liga soll professionell sein, das ist auch gut so, aber für uns ist das derzeit nicht einfach zu stemmen“, sagt Blätterbauer-Krummenacher.
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