Wie der Iran versucht, den Krieg teuer zu machen
Attacken auf Treibstofflager in der Golfregion. US-Marschflugkörper könnten aufgrund veralteter Zielkoordinaten165 iranische Schulkinder getötet haben.
Teheran – Während US-Präsident Donald Trump erneut ein baldiges Ende des Iran-Kriegs in Aussicht stellt, Israel andererseits von einer Ausweitung spricht, nehmen Irans Streitkräfte die Energiewirtschaft in der Region um den Persischen Golf immer stärker ins Visier. Mit den Attacken will das Regime in Teheran die Kosten für eine Fortsetzung des Kriegs in die Höhe treiben. Wegen der Blockade der für die Schifffahrt äußerst wichtigen Straße von Hormuz war der Ölpreis zuletzt auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.
In Bahrain griff der Iran Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an. Die Bewohner des Inselstaats im Persischen Golf wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu begeben. Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen. Ein Sprecher von Irans Militärführung wies die Verantwortung für den Angriff zurück.
Warnung vor Angriff auf Öl-Inseln
Unterdessen warnt Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf die USA und Israel vor einem Angriff auf Irans strategisch und wirtschaftlich wichtige Inseln im Persischen Golf. „Jede Aggression gegen den Boden der iranischen Inseln wird alle Zurückhaltung zunichtemachen“, erklärte er. Die Insel Charg etwa ist das wichtigste Ausfuhrterminal für iranisches Erdöl im Persischen Golf. Ein möglicher Angriff gilt als hochriskant – auch für die Weltwirtschaft.
Irans am Sonntag ernannter neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei forderte am Donnerstag in einer ersten im Staatsfernsehen verlesenen Stellungnahme Rache für die Kriegsopfer. Der 56-jährige Kleriker betonte zudem, dass die Blockierung der für den weltweiten Öltransport wichtigen Straße von Hormuz fortgesetzt werde.
165 Schulkinder aufgrund veralteter Zielkoordinaten getötet?
Laut der New York Times hat ein Fehler der US-Streitkräfte zu einem Raketenangriff auf eine iranische Schule mit nach iranischen Angaben 165 toten Kindern geführt. Das habe eine US-Militäruntersuchung vorläufig ergeben, berichtete die Zeitung. Demnach wurden bei dem Angriff veraltete Daten des US-Militärgeheimdienstes DIA (Defense Intelligence Agency) über die Zielumgebung genutzt. Allerdings soll es noch offene Fragen geben. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst den Iran für den Angriff verantwortlich gemacht. Später verwies der Republikaner auf die laufende Untersuchung und sagte: „Was immer bei dem Bericht herauskommt, ich bin willens, mit diesem Bericht zu leben.“
Übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge wurde die Volksschule in Minab im Süden des Iran getroffen, während offenbar eine Tomahawk-Rakete auf einen benachbarten Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden niederging. Nach Recherchen der New York Times sind die USA das einzige am Iran-Krieg beteiligte Land, das Tomahawk-Raketen einsetzt. Dem neuen Bericht zufolge war die Schule früher ein Teil des Marinestützpunktes. Der Angriff ereignete sich am 28. Februar, am ersten Tag des US-israelischen Kriegs gegen den Iran.
Vertreter der US-Opposition forderten vom Pentagon eine „vollständige und unparteiische“ Untersuchung. (TT, dpa, APA)