Unglückstag oder Zufall? Zehn Prozent mehr Verkehrsunfälle am Freitag, den 13.
Laut Analyse der Versicherung Wiener Städtische gibt es am angeblichen Unglückstag tatsächlich mehr Unfälle im Straßenverkehr als an anderen Freitagen.
Wien – Der Aberglaube dichtet dem Freitag, den 13., ein besonders hohes Potenzial für Unglücke an. Die Statistik hält oft dagegen und beschreibt ihn als unauffällig. Eine Zehn-Jahres-Analyse der Wiener Städtischen Versicherung zeichnet nun ein anderes Bild: Freitag, der 13., liege bei Kfz-Unfällen „wider Erwarten an der Spitze“, berichtete das Unternehmen.
Allerdings gilt, wie beim Lesen aller Statistiken, die Umstände richtig einzuordnen. Denn der Zusammenhang bedeutet nicht automatisch, dass der Unglückstag die Ursache für die Unfälle ist. Korrelation bedeutet nicht automatisch Kausalität. Der Knackpunkt: „Viele dieser Freitage fallen in Monate mit generell erhöhter Unfallhäufigkeit – etwa in die Winter- oder Sommermonate. Saisonale Effekte spielen daher eine Rolle“, sagte Vorstandsdirektorin Doris Wendler. Für die Auswertung wurde auf Daten der Jahre 2016 bis 2025 zurückgegriffen.
Im Schnitt zehn Prozent mehr Unfälle
Im Schnitt verzeichnet die Wiener Städtische an einem Freitag, dem 13., rund 246 Kfz- Unfälle und damit zehn Prozent mehr als an einem „normalen“ Freitag. Er liege zudem deutlich über dem Durchschnitt anderer Wochentage. Unmittelbar hinter dem Spitzenreiter rangieren Montage mit durchschnittlich 227 Kfz- Unfällen und „normale“ Freitage mit 223.
Trotz einzelner Hochrisikotage zeige sich ein klares Muster, so die Fachleute: Samstag und Sonntag sind im Durchschnitt deutlich unfallärmer als Werktage. Der Sonntag weist mit Abstand die geringste Schadensfrequenz auf. Gründe sind vor allem geringeres Verkehrsaufkommen allgemein, eingeschränkter Lkw- und weniger Berufsverkehr.
Top-10 mit Dezembertagen, Ferien- und Sommerbeginn
Abseits von der Analyse der Wochentage fielen den Statistikern saisonale Häufigen auf: Mehrere Dezember-Termine sowie Ferien- und Sommerbeginn stechen mit besonders vielen Unfällen hervor. Bemerkenswert ist laut der Städtischen die starke Häufung im Dezember, besonders in der Adventzeit. Hier treffen Risikofaktoren wie erhöhte Verkehrsfrequenz, vermehrter Alkoholkonsum, Wildwechsel, winterliche Fahrbahnverhältnisse und früh einsetzende Dunkelheit aufeinander.
Der 1. Juli ist hingegen der Spitzenreiter in der Statistik der „Top-10 der unfallträchtigsten Tage im Jahr“. Es gibt an diesem Tag im Schnitt 238 Unglücke. Das hängt mit dem Ferienbeginn in einigen Bundesländern und verstärktem Reiseverkehr zusammen. (APA, TT.com)