Schwester Hanni kämpft gegen Sklaverei und bekommt dafür Lebensfreude zurück
Sie wäre vielleicht lieber am Berg und beim Skifahren in Tirol, dennoch geht die Don Bosco-Schwester Johanna Denifl aus Fulpmes ganz in ihrer Missionsarbeit in Afrika auf. Für ihre Anstrengungen bekommt sie täglich Herzenswärme und positive Energie zurück.
Schwester Johanna Denifl, besser bekannt als Schwester Hanni, ist seit Jahrzehnten in Afrika tätig und arbeitet aktuell in einer Mission in Benin. Nach bald 20 Jahren als Missionarin hat die aus Fulpmes im Stubai stammende Tirolerin einiges gesehen. „Natürlich gibt es viel Leid. Aber die Dinge verändern sich. Und es geschieht auch viel Gutes und Schönes“, sagt Denifl im TT-Interview via WhatsApp.
Grußbotschaft nach Tirol
Sie wäre gerne nach Roppen zum Missiofest am Sonntag, 15. März, gekommen, um aus ihrem Leben zu berichten. Doch die Don Bosco-Schwester ist nur alle zwei Jahre zurück in Europa. Im vergangenen Jahr war sie außertourlich in Österreich, da sie für ihren Einsatz in der Weltmission mit dem „Emil“, dem österreichischen Missionspreis geehrt wurde. An die Besucher des Missiofestes in Roppen wendet sich Denifl daher heuer mit einer Videobotschaft.
„Ein Bub mit 12 Jahren kam, zusammen mit seiner zwei Jahre älteren Schwester zu uns in die Mission“, berichtet Schwester Hanni. Doch bis es endlich so weit war, bedurfte es einer langen Vorarbeit. „Der Vater der Geschwister ist Schneider und kann die Familie kaum über Wasser halten. Darum geht die Mutter mit den Kindern betteln. So sind wir uns begegnet“, erinnert sich die Missionarin.
Kinderrechte werden zum Thema
Ein Jahr an Überzeugungsarbeit plus eine Kinder-Patenschaft, um die Schulkosten plus Heim und Verpflegung zu decken, ebneten schließlich den Weg für eine neue Zukunft. „Jetzt gerade in der großen Pause ist der Bub zu mir gekommen, um ein Buch auszuleihen“, freut sich Schwester Hanni über diesen Erfolg. „Es sind diese vielen Kleinigkeiten, die mir wieder Kraft geben.“
In dem Missionskomplex in Benin werden 1000 Schülerinnen und Schüler von der Volksschule bis zur Matura ausgebildet. „Als ich in Afrika als Missionarin begonnen habe, war von Kinderschutz kaum die Rede“, zeigt Denifl auf: „Da hat sich in den vergangenen Jahren viel getan.“ Mittlerweile gibt es in Benin sogar eine eigene Jugendbrigade der Polizei, die sich gegen Sklavenhändler wendet.
Wenn Kinder wieder aufblühen
Die Don Bosco-Schwestern helfen den geflohenen, oder von ihren eigenen Familien ausgesetzten und als „Hexenkinder“ traumatisierten Kindern und Jugendlichen. „Wenn sie in der Mission ankommen und langsam wieder Vertrauen fassen, tut es mir selber gut, diese Mädchen und Buben wieder aufblühen zu sehen“, sagt Schwester Hanni.
In Benin kostet eine Ausbildung Geld; dazu zählt nicht nur die Schule, sondern auch die Lehrstelle. „Weil die Lehrlinge bezahlen müssen, um eine Ausbildung zu erhalten, verrichten viele Jugendliche nur Hilfsarbeiten. Besonders hart trifft es Teenagermütter, die kaum auf eine Ausbildung hoffen dürfen“, sagt die Missionarin. Auch ihnen hilft die Mission im „Haus der Sonne“.
Mit Spenden Gutes tun
Die Arbeit sei nicht immer leicht, gibt Denifl zu. Hin und wieder sei das feucht-warme Klima Afrikas beschwerlich. „Dann wäre ich lieber beim Berggehen oder Skifahren in Tirol“, sagt die Emil-Preisträgerin: „Aber ich bin nicht alleine. Wir sind hier hier zwölf Schwestern, die dankbar sind, mit den Spendengeldern aus der Heimat Gutes bewirken zu können.“
Info
Am Sonntag, 15. März, um 15 Uhr findet in Roppen/Kultursaal ein Missiofest anlässlich 60 Jahre „allewelt“ statt.
Afrika hautnah