Scheib triumphiert: Die neue Königin im Riesentorlauf kommt aus Österreich
Nach zehn Jahren Wartezeit darf wieder eine Österreicherin die kleine Kristallkugel im Riesentorlauf in Empfang nehmen. Julia Scheib triumphierte in Aare und ist nicht mehr vom Thron zu stoßen.
Die Steirerin Julia Scheib gewann vorzeitig die kleine Kristallkugel im Riesentorlauf der alpinen Skirennläuferinnen. Die 27-Jährige feierte am Samstag in Aare ihren fünften Saisonsieg. Es ist die erste ÖSV-Kugel im Frauen-Riesentorlauf seit zehn Jahren, als die Tirolerin Eva-Maria Brem erfolgreich blieb und voraussichtlich die einzige für Ski Austria in diesem Winter.
„Es fühlt sich unglaublich gut an. Ich habe selten so einen Fight gehabt jetzt im zweiten Durchgang“, sagte Scheib. „Ich habe alles reingelegt, weil ich es unbedingt gewinnen wollte.“ In der Wertigkeit stehe dieser Erfolg sehr hoch. Einziger Wermutstropfen in dieser Saison bleibe das Ausbleiben der Olympia-Medaille. „Wenn man so eine Saison hat, will man natürlich eine Medaille holen, da hab ich schon ein bisserl zu kämpfen gehabt. Ich habe das trotzdem relativ schnell abhaken können. Das heute war wichtig und ist gut aufgegangen.“
Tränen bei Assinger
Emotional auf die insgesamt neunte Weltcup-Kristallkugelgewinnerin im Frauen-Riesentorlauf reagierte ÖSV-Frauen-Cheftrainer Roland Assinger: „Die letzten drei Jahre waren Hardcore (unter Tränen, Anm.), die Kugel von Cornelia Hütter und die jetzt drauf ist schon etwas ganz Besonderes. Diese Julia Scheib macht das heute, ich freue mich innerlich brutal.“ Es kündigte sich eine zumindest für die ruhige Scheib doch etwas intensivere Feier an, da die Weiterreise erst für Montag angesetzt ist. „Wir werden mit dem Team schon mal eine Gaude haben. Das darf man schon feiern.“
Camille Rast als ihre einzige verbliebene Konkurrentin schied im zweiten Lauf aus. Die Schweizerin war nach dem ersten Lauf 0,11 Sekunden direkt vor Scheib in Front gelegen. Die Plätze zwei und drei in der Tageswertung belegten Paula Moltzan (USA/+0,36 Sekunden) und Alice Robinson (NZL/+0,75 Sekunden).
Weniger gut lief es für die drei Tiroler Starterinnen: Stephanie Brunner (12.) und Franziska Gritsch (22.) fielen in der Entscheidung zurück, machten immerhin ein paar Punkte. Nina Astner musste ihren Lauf abbrechen. Die Schmerzen nach einer im Training erlittenen Schuhrandprellung waren einfach zu groß.
Am Sonntag steht in Aare noch ein Slalom auf dem Programm (9.30 und 12.30 Uhr/live TT.com-Ticker), ehe der Weltcup-Tross zum Finale nach Norwegen übersiedelt. (TT.com)