Star-Koch Wolfgang Puck

„Die müssen ein bisserl mehr essen“: Österreicher kocht seit 32 Jahren bei den Oscars

Der Österreicher Wolfgang Puck kocht seit über 30 Jahren bei den Oscars.
© IMAGO/ZUMA Press Wire

Star-Koch Wolfgang Puck tischt zum 32. Mal bei der offiziellen Aftershow-Party der Oscars auf. Zu dünn sei nicht gut, weder für Frauen noch für Männer, meint der gebürtige Österreicher. Dagegen helfen die über 25.000 Portionen, die am Sonntag verteilt werden: unter anderem österreichischer Apfelstrudel.

Los Angeles – Der 76-jährige Koch Wolfgang Puck, der in Hollywood eine Traumkarriere hingelegt hat, weiß aus langjähriger Erfahrung: „Am Abend nach der Oscar-Verleihung sind die alle sehr hungrig.“ Dann tischen Puck und sein Team von mehr als 120 Köchen beim Governors Ball für die rund 2000 Gäste auf. „Wir servieren etwa 40 verschiedene Gerichte auf 25.000 Tellern, wie ein Gourmetrestaurant mit vielen kleinen Gängen.“

Zum ersten Mal Sushi-Station

Neben Chicken Pot Pie, edlen Miniburgern und überbackenen Käsenudeln gibt es zum ersten Mal auch eine Sushi-Station. Dort bereiten fünf Köche handgerolltes Sushi und Nigiri vor. Außerdem gibt es Wildlachsstreifen, in Form der Oscar-Trophäe zurechtgeschnitten und mit Kaviar auf Kräckern serviert.

Seit Jahren ein Renner: Wildlachsstreifen in Form der begehrten Oscar-Trophäe.
© VALERIE MACON

Bei dem diesjährigen Gourmetgelage ist neben einer riesigen Sushi-Auswahl auch teures Edelrindfleisch aus Japan dabei. Allein von der Wagyu-Beef-Delikatesse stehen 160 Kilogramm auf der langen Einkaufsliste. „Die müssen ein bisserl mehr essen“, sagt Puck über die A-Promis. Sie können ihr Steak aber auch „mit Ozempic anstatt mit Spinat“ haben, wenn sie das lieber wollen, witzelt Puck (Ozempic wurde als Abnehmspritze bekannt).

Süßes aus der Heimat und goldener Trostpreis

Mit seinem Team wirbelt Puck vor der Oscar-Nacht tagelang durch die provisorische Küche, die neben dem Dolby-Ballsaal eingerichtet wurde. Der Wahlkalifornier bleibt auch seiner heimatlichen Küche verbunden. „Meine Mutter hat immer einen super Apfelstrudel gemacht. Wir servieren ihn mit Marzipan-Eis, Karamellsauce und Schlag.“

Natürlich gibt es bei den 98. Academy Awards auch wieder süße Trostpreise. Der französische Konditor Garry Larduinat richtet ein Sprühgerät auf eine Oscar-Statue aus feinster Bitterschokolade. Sie haben die exakte Größe des Preises, der am Abend auf der Bühne verteilt wird. Bis Sonntagabend werden 3000 davon mit essbarem Gold bestäubt. „Das ist noch eine Menge Arbeit“, sagt Larduinat mit einem Augenzwinkern. Doch kein Gast soll ohne einen Oscar nach Hause gehen.

Auch wenn nicht alle Gäste gewinnen: Einen Schoko-Oscar gibt es für jeden.
© VALERIE MACON

Puck erzählte dem BBC, dass die Überbleibsel im Anschluss in Skid Row in Los Angeles verteilt werden. Das Viertel ist für eine besonders hohe Dichte an Menschen ohne Obdach bekannt. (dpa, TT.com)