Hollywoods Nacht der Nächte

„One Battle After Another“ siegt, ein abwesender Star und politische Töne: Das waren die Oscars 2026

„One Battle after Another“ von Paul Thomas Anderson ging als großer Sieger der 98. Oscar Nacht hervor.
© PATRICK T. FALLON

Der Polit-Thriller „One Battle After Another“ ist der große Gewinner der 98. Oscar-Verleihung. Mit sechs Auszeichnungen, darunter für den besten Film und die beste Regie, setzte sich das Werk gegen den Konkurrenten „Blood & Sinners“ durch, der trotz einer Rekordnominierung nur vier Trophäen erhielt. Leer ging der im Vorfeld hochgehandelte Film „Marty Supreme“ mit Timothée Chalamet aus. Was sonst noch geschah.

Hollywood – Das satirische Revoluzzerdrama „One Battle After Another“ von Paul Thomas Anderson ist der große Gewinner der 98. Oscars. Das 13-fach nominierte Werk setzte sich bei der Glamourgala im Dolby Theatre gegen den härtesten Konkurrenten „Blood & Sinners“ von Ryan Coogler durch und konnte insgesamt sechs Trophäen für sich reklamieren – darunter in den zentralen Kategorien Bester Film und Beste Regie.

Die besten Momente

Regisseur Ryan Coogler erhält den Oscar für das beste Originaldrehbuch. Überreicht wurde die Auszeichnung von Robert Downey Jr.

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Wie schon vergangenes Jahr führte Conan O´ Brien durch den Abend.

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In einer emotionalen Sequenz wurde unter anderem an Robert Redford gedacht.

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Sichtlich gerührt nahm Michael B. Jordan den Oscar als bester Hauptdarsteller entgegen.

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Ging zwar leer aus, freute sich aber mit Regisseur Paul Thomas Anderson: Leonardo DiCaprio war as bester Hauptdarsteller in „ONe Battle After Another“ nominiert

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Autumn Durald Arkapaw hat als erste Frau den Oscar für die beste Kameraführung gewonnen.

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Schauspieler Kieran Culkin der die Auszeichnung für „A real Pain“ vergangenes Jahr erhielt bei der Verleihung des Oscars für den besten Nebendarsteller. Gewinner Sean Penn war dabei nicht vor Ort.

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Auch vor Ort: „Din Grogu“ besser bekannt als „Baby Yoda“ aus der Star-Wars TV-Serie „The Mandalorian“

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Erneut gab es musikalische Einlagen, die den Auszeichnungsmarathon pausieren ließen.

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Jeong Hoon Seo, die US-Südkoreanerin Ejae und Songwriter Mark Sonnenblick konnten den Oscar für den besten Song einheimsen.

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Können es noch nicht fassen: Jessie Buckley und Michael B. Jordan mit ihren Oscars.

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Ging leer aus: Shootingstar Timotheé Chalamet.

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Die Arbeit des 55-jährigen Anderson, der in seiner Karriere zuvor auf über ein Dutzend Nominierungen gekommen war, aber bis zum heutigen Abend keine Auszeichnung einfahren konnte, holte auch die Preise für das adaptierte Drehbuch, den Schnitt und die heuer neu eingeführte Kategorie Casting. Und schließlich hätte sich Sean Penn über die Auszeichnung als bester Nebendarsteller freuen können – wäre der 65-Jährige denn anwesend gewesen. Der Hollywoodveteran holte sich die Ehrung jedoch nicht persönlich ab – obgleich er damit in den illustren Kreis von Jack Nicholson, Walter Brennan und Daniel Day-Lewis aufstieg, die als einzige männliche Darsteller drei Oscars ihr Eigen nennen können.

Regisseur Paul Thomas Anderson konnte sich unter anderem über Oscars in der Kategorie „Bester Film“ und „Beste Regie“ freuen.
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Vier Trophäen für „Blood & Sinners“

Ryan Cooglers schwarzes Vampir-Selbstermächtigungsdrama „Blood & Sinners“, das mit 16 Nennungen als Allzeit-Rekordhalter in den Abend gegangen war, konnte immerhin vier Nennungen in Preise ummünzen. Heraus sticht dabei Michael B. Jordan, der für seine Doppelrolle als Brüderpaar als bester Hauptdarsteller geehrt wurde. Er setzte sich unter anderem gegen Leonardo DiCaprio durch sowie gegen Timothée Chalamet, der für seine Rolle als Tischtennisspieler in „Marty Supreme“ nominiert war. „Marty Supreme“ ging bei neun Nominierungen völlig leer aus.

Michael B. Jordan wurde als „Bester Hauptdarsteller“ im Horror-Musical „Blood and Sinners“ prämiert.
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Überdies konnte sich Coogler in der Sparte Originaldrehbuch freuen. Auch Soundtrack (Ludwig Goransson) sowie Kamera gingen an den nominalen Topfavoriten, wobei Autumn Durald Arkapaw als erste Frau in dieser Kategorie siegte.

Die Siegerliste der 98. Oscar-Verleihung

  • Bester Film: „One Battle After Another“
  • Beste Regie: Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“
  • Bester Hauptdarsteller: Michael B. Jordan in „Blood & Sinners“
  • Beste Hauptdarstellerin: Jessie Buckley in „Hamnet“
  • Bester Nebendarsteller: Sean Penn in „One Battle After Another“
  • Beste Nebendarstellerin: Amy Madigan in „Weapons“
  • Bester internationaler Film: „Sentimental Value“
  • Bestes Originaldrehbuch: Ryan Coogler für „Blood & Sinners“
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: Paul Thomas Anderson für „One Battle After Another“
  • Bestes Szenenbild: Tamara Deverell und Shane Vieau für „Frankenstein“
  • Bestes Kostümdesign: Kate Hawley für „Frankenstein“
  • Bester Schnitt: Andy Jurgensen für „One Battle After Another“
  • Beste Filmmusik: Ludwig Göransson für „Blood & Sinners“
  • Bester animierter Film: „KPop Demon Hunters“
  • Bester animierter Kurzfilm: „Das Mädchen, das Perlen weinte“
  • Bestes Casting: Cassandra Kulukundis für „One Battle After Another“
  • Beste Kamera: Autumn Durald Arkapaw für „Blood & Sinners“
  • Bestes Make-up: Mike Hill, Jordan Samuel und Cliona Furey für „Frankenstein“
  • Bester Song: „Golden“ aus „KPop Demon Hunters“
  • Bester Ton: „F1“
  • Beste visuelle Effekte: „Avatar: Fire and Ash“
  • Bester Kurzfilm: „The Singers“ und „Two People Exchanging Saliva“
  • Bester Dokumentarfilm: „Mr. Nobody against Putin“
  • Bester Dokumentar-Kurzfilm: „All the Empty Rooms“

Bei den Schauspielerinnen wurde wie erwartet die 36-jährige Irin Jessie Buckley für ihren Part als Shakespeares Ehefrau in „Hamnet“ als beste Hauptdarstellerin gewürdigt. Sie widmete ihren Sieg „dem wunderschönen Chaos im Herzen aller Mütter“. Die 75-jährige Amy Madigan nahm hingegen mit schrillem Lachen ihre erste Oscar-Ehrung als beste Nebendarstellerin für ihren Part der diabolischen Hexe in „Weapons“ entgegen und sinnierte darüber, weshalb sie sich am Vorabend die Beine rasiert habe, wenn sie heute lange Hosen trage.

Jessie Buckley wurde als beste Hauptdarstellerin gewürdigt.
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„KPop Demon Hunters“ holt Animationstrophäe

Wie bereits im Vorfeld fix erwartet, holte der Netflix-Hit „KPop Demon Hunters“ von Maggie Kang und Chris Appelhans die Trophäe bei den Animationsfilmen und animierte die Präsentatoren zum flammenden Appell gegen die drohende Übermacht von KI in der Kunstform. Das Werk über eine KPop-Mädchenband war der meistgesehene Film auf Netflix im vergangenen Jahr und konnte mit „Golden“ auch die Oscar-Sektion Bester Song für sich entscheiden.

Die Filme mit den meisten Auszeichnungen

  • “One Battle After Another” (6 Trophäen, 13 Nominierungen)
  • “Blood & Sinners” (4 Trophäen, 16 Nominierungen)
  • „Frankenstein“ (3 Trophäen, 9 Nominierungen)
  • “KPop Demon Hunters” (2 Trophäen, 2 Nominierungen)

Bei den Dokumentarfilmen setzte sich „Mr. Nobody Against Putin“ durch, in dem ein russischer Lehrer porträtiert wird, der gegen das Putin-Regime protestiert. Co-Regisseur David Borenstein ermahnte die Anwesenden in einer der immer wieder eingestreuten politischen Anspielungen des Abends: „Wenn wir uns mitschuldig machen, wenn eine Regierung Menschen auf den Straßen unserer großen Städte ermordet, wenn wir nichts sagen, wenn Oligarchen die Medien übernehmen und kontrollieren [...] stehen wir alle vor einer moralischen Entscheidung.“

Und schließlich reklamierte wie erwartet Joachim Triers Familiendrama „Sentimental Value“ für Norwegen den Auslandsoscar. Österreichs Einreichung „Pfau – Bin ich echt?“ hatte es indes nicht auf die Liste der Endnominierten geschafft.

Joachim Trier gewann den Auslandsoscar für „Sentimental Value“
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Auf drei Ehrungen für Kostüm, Production Design und Make-up/Haare kann Guillermo del Toros Literaturadaption „Frankenstein“ blicken, verbrachte doch allein Monster-Darsteller Jacob Elordi 400 Stunden in der Maske für seinen Part. Unter anderen jubelte Burgtheaterschauspieler Felix Kammerer, der im Werk zu sehen ist, über die Ehrungen im Dolby Theatre.

Die Oscar: Triumphe, Rekorde und Enttäuschungen

11 – Rekordfilme: „Der Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs“, „Titanic“ und „Ben Hur“ holten je elf Oscars.

16 – Meistnominierte: „Blood & Sinners“ stellte 2026 mit 16 Nominierungen einen neuen Rekord auf.

0 – Verlierer: „Am Wendepunkt“ und „Die Farbe Lila“ gingen trotz jeweils elf Nominierungen leer aus.

26 – Rekordsieger: Walt Disney gewann 26 Oscars. Die Kostümbildnerin Edith Head wurde achtmal prämiert.

2 – Österreichs Erfolge: 2008 für „Die Fälscher“ und 2013 für „Amour“ ging der Auslandsoscar nach Österreich.

7 – Rekordösterreicher: Der vor den Nazis geflüchtete Billy Wilder gewann sieben Oscars – drei für „Das Apartment“.

Zu einem Kuriosum kam es in der Kategorie Bester Kurzfilm, in der ob eines Gleichstands gleich zwei Werke zum Gewinner gekürt wurden: „The Singers“ und „Two People Exchanging Saliva“.

Conan O'Brien führte durch den Abend

Zum zweiten Mal in Folge wurde die Glamourgala vom Comedian Conan O'Brien moderiert. „Als ich letztes Jahr moderierte, stand Los Angeles in Flammen“, sinnierte der 62-Jährige zum Auftakt ironisch: „Aber dieses Jahr läuft alles super.“ Zugleich verzichtete O'Brien nicht auf ernstere Töne: „Lasst uns feiern, nicht weil wir denken, dass alles gut ist, sondern weil wir arbeiten und auf Besseres hoffen.“ Damit war der Ton gesetzt, wobei immer wieder Anspielungen auf die USA unter Donald Trump oder die Kriege in der Welt folgten. „Free Palestine“ deklamierte etwa Javier Bardem als Präsentator. Zu gröberen Störaktionen kam es im Verlauf des Abends indes nicht.

Als ich letztes Jahr moderierte, stand Los Angeles in Flammen. Aber dieses Jahr läuft alles super.
Conan O‘Brien, Moderator

Lustig machte sich O’Brien weiters über Schauspieler Chalamet. Die Sicherheitsvorkehrungen seien extrem streng, sagte O’Brien. „Mir wurde gesagt, dass es Bedenken hinsichtlich Angriffen sowohl aus der Opern- als auch aus der Ballettwelt gibt“. Chalamet hatte neulich gesagt, niemand interessiere sich mehr für Oper und Ballett. Zur Verleihung im Dolby Theatre kamen unter anderem Leonardo DiCaprio (mit Schnauzbart), Regisseur Steven Spielberg, die Schauspielerinnen Sigourney Weaver und Demi Moore und die frühere „Vogue“-Chefin Anna Wintour, die mit Anne Hathaway („Der Teufel trägt Prada“) die Kategorie für bestes Kostümdesign präsentierte.

Bewegender Auftritt von Barbra Streisand

Barbra Streisand erinnerte mit einem bewegenden Auftritt an ihren früheren Filmpartner Robert Redford. Sie lobte ihn als brillanten Schauspieler und Mann mit Rückgrat. Sie vermisse ihn sehr, sagte die 83-Jährige, die einen Ausschnitt des Titelsongs aus ihrem gemeinsamen Film „So wie wir waren“ sang. „Bob hatte Rückgrat – auf und hinter der Leinwand“, so Streisand.

In einer emotionalen Rede verabschiedete sich Barbara Streisand von ihrem Freund und Filmpartner Robert Redford.
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Während der Verleihung wurde auch an andere verstorbene Filmschaffende erinnert, darunter Schauspielerin Diane Keaton und Regisseur Rob Reiner («Harry und Sally»), der gemeinsam mit seiner Frau getötet worden war – unter Mordverdacht steht der Sohn des Paares. (APA, dpa, TT.com)

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