„Würg mich“ ist nur eine Metapher: Diskussion über rumänischen ESC-Beitrag
Verharmlosung oder Metapher? Das Lied der Sängerin Alexandra Capitanescu, die dieses Jahr für Rumänien beim Eurovision Song Contest in Wien antritt, sorgt für Diskussionen.
Wien – Verharmlost ein Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song Contest die Gefahren einer Sexualpraktik? Unter anderem die britische Zeitung The Guardian berichtet von der Diskussion über das Lied „Choke me“ (Deutsch: Würg mich) der rumänischen Künstlerin Alexandra Capitanescu.
Die mutmaßliche Botschaft dahinter zeige „eine alarmierende Missachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Frauen“, wird eine Rechtsprofessorin zitiert. In Großbritannien ist ein Gesetzesvorhaben auf dem Weg, das den Besitz und die Veröffentlichung von Darstellungen von Strangulation oder Erstickung in Pornos unter Strafe stellen soll.
In dem Lied singt Capitanescu unter anderem: „Lieb mich, bring meine Lungen zum Explodieren“ und „Alles, was ich brauche, ist deine Liebe, ich möchte, dass es mich würgt“.
Nur eine Metapher
Rumäniens öffentlich-rechtlicher Fernsehsender TVR nahm daraufhin den Song in Schutz und weist die Vorwürfe zurück. Der Titel sei metaphorisch gemeint, erklärte der Sender auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. TVR weise jede Verbindung dieses Lieds mit Werbung für Gewalt oder gefährliche Verhaltensweisen zurück. Die EBU hat sich nicht über die Diskussionen rund um den Song geäußert.
Der Sinn der Metapher solle laut TVR durch die szenische Gestaltung der Darbietung des Lieds klargemacht werden. „Das künstlerische Konzept des Bühnenauftritts ist genau darauf ausgerichtet, den metaphorischen Charakter der Botschaft hervorzuheben und jede wörtliche Interpretation der Textzeilen auszuschließen“, schrieb TVR.
Auch die Sängerin Alexandra Capitanescu wandte sich in einem Posting auf Instagram an die Öffentlichkeit. Darin beschreibt sie, dass der Song eine Metapher sei für den Druck, den man sich oft selbst macht. „Es war nie die Absicht, etwas Sexuelles darzustellen“, schreibt sie.
BBC-Beschwerde wegen „Kant“ im vergangenen Jahr
Im vergangenen Jahr hatte die britische Rundfunkanstalt BBC Beschwerde eingelegt, weil der Beitrag aus Malta, das Lied „Kant“ (Maltesisch für „Gesang“), sehr an einen vulgären englischen Ausdruck für das weibliche Geschlechtsorgan erinnere. Laut Guardian ging die BBC in diesem Jahr bislang nicht diesen Weg. (dpa, TT.com)