Salzburger Festspiele: Weiter keine Entscheidung im Fall Hinterhäuser
Acht Stunden Beratung, aber keine Entscheidung: Die künftige Leitung der Salzburger Festspiele ist weiter ungewiss. Ein Gesprächsangebot des Kuratoriums wurde von Markus Hinterhäuser angenommen. Das Treffen soll „spätestens im April“ stattfinden.
Salzburg – Noch gibt es Gesprächsbedarf, deshalb soll noch einmal gesprochen werden. Das war das Konkreteste, das sich das Kuratorium der Salzburger Festspiele am Freitagnachmittag nach seiner Sitzung zur Causa Markus Hinterhäuser entlocken ließ. Das vornehmlich politisch besetzte Festspiel-Kuratorium ist das Aufsichtsgremium der Festspiele.
Markus Hinterhäusers Vertrag als Intendant des Festivals läuft noch bis zum Ende des diesjährigen Auflage. Dass der 67-Jährige darüber hinaus künstlerischer Verantwortlicher in Salzburg bleibt, ist sehr unwahrscheinlich. Eine zunächst beschlossene Verlängerung seines Engagements bis 2031 sieht das Kuratorium als hinfällig, da Hinterhäuser sich nicht an vereinbarte Verhaltensregeln gehalten haben soll.
Markus Hinterhäuser sehe das anders, sagte Landeshauptfrau und Kuratoriumsvorsitzende Karoline Edstadler (ÖVP) am Freitag vor Journalisten. Um diese unterschiedlichen Ansichten auszuräumen habe man Hinterhäuser ein neuerliches Gesprächsangebot unterbreitet. Dieser habe angenommen.
Im Februar hatte das Kuratorium Markus Hinterhäuser die Verlängerung seines Vertrages um ein Jahr bis September 2027 angeboten. Er hat auf das Angebot nicht reagiert. Hinterhäuser leitet die Salzburger Festspiele seit 2016.
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Das Gespräch zwischen Kuratorium und dem Intendanten soll „zeitnah“ stattfinden, der Termin werde mit den jeweiligen Rechtsvertretern abgestimmt, erklärte Edstadler. Vorgreifen könne und wolle sie dem Gespräch nicht. Markus Hinterhäuser gab dazu am Freitag keine Stellungnahme ab.
In einer knapp achtstündigen Sitzung beschloss das Festspielkuratorium außerdem, die Neuausschreibung der Festspielintendanz vorzubereiten. Nähere Angaben zum Zeitraum dafür wurden nicht genannt. Fragen, ob es nach einem etwaigen Abschied Hinterhäusers eine interimistische Lösung für den Festspielsommer 2027 geben könnte, blieben unbeantwortet.
Die seit dem Vorjahr vakante Stelle der Schauspielleitung von Österreichs größtem Sommerfestival sei in der Sitzung kein Thema gewesen. An Hinterhäusers Umgang damit entzündete sich der Konflikt mit dem Kuratorium.
Salzburger Messe ist als Ausweichspielstätte „möglich“
Zentraler Gegenstand der Kuratoriumssitzung sei das bauliche Großprojekt „Festspielbezirk 2030“ gewesen, bei dem es, so Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ), auch noch keine Entscheidungen zu den Interimsspielstätten gebe. Eine Ausweichspielstätte in der Salzburg Messe für 2028 sei „möglich“, sagte er.
Es gehe um eine „Lösung zum Wohle der Festspiele“ und darum, die Salzburger Festspiele „aus den Negativschlagzeilen zu bringen“, betonte Edstadler, die gegen Ende der Pressekonferenz auf Nachfrage zumindest präzisierte, was sie unter „zeitnah“ im Bezug auf das Hinterhäuser-Gespräch verstehe: „Sehr zeitnah. Spätestens im April.“
Vorbereitet wird jedenfalls auch die Ausschreibung für das Amt des Festspielpräsidenten bzw. der -präsidentin. Der Vertrag von Präsidentin Kristina Hammer läuft zu Jahresende aus. (TT, APA)
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