Tausende bei Demo gegen digitale sexuelle Gewalt in Berlin
Die Kundgebung am Brandenburger Tor fand nach Angaben der Veranstalter wegen der aktuellen Diskussion in Solidarität mit der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) statt.
Mehrere Tausend Menschen haben in Berlin an einer Demonstration „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“ teilgenommen. Am Nachmittag versammelten sich die Demonstranten am Brandenburger Tor auf dem vollständig gefüllten Pariser Platz. Auf Plakaten war etwa „Menschenrechte auch im Internet“ oder „Die Scham muss die Seiten wechseln“ zu lesen. Die Polizei sprach von 6700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter wiederum von 13.000.
Gewalt „bleibt in den Suchmaschinen in den Köpfen“
„Digitale Gewalt endet nicht so richtig. Sie bleibt in den Suchmaschinen in den Köpfen“, hieß es von Klimaschutzaktivistin Theresia Cron. Sie berichtete von einem Fake-Profil mit ihrem Namen und Gesicht, die sexuelle Fotos und Gewalt zeigen würden. Sehr lange habe es gedauert, bis ein Täter bestraft worden sei. Das passiere tausendfach.
Die Kundgebung am Brandenburger Tor fand laut Veranstaltern wegen der aktuellen Diskussion rund um Schauspielerin Collien Fernandes (44) statt. Hintergrund sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, Schauspieler Christian Ulmen, über die zuerst der Spiegel berichtet hatte. Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich „in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung“ handle. Zudem würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“.
Fälle von „Deepfakes“
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Cyberstrafrecht soll reformiert werden
Fernandes warb ebenfalls für die Demonstration und schrieb bei Instagram: „Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft.“
Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, das deutsche Cyberstrafrecht zu reformieren und Strafbarkeitslücken zu schließen, etwa „bei bildbasierter sexualisierter Gewalt“. „Dabei erfassen wir auch Deep Fakes“, heißt es darin. Die deutsche Justizministerin Hubig hatte angekündigt, noch im Frühjahr einen Gesetzentwurf vorzulegen. (APA/dpa)
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