Solidarität mit Collien Fernandes: Enge Kollegen brechen mit Ulmen
Nach den Vorwürfen von Collien Fernandes gegen Christian Ulmen wächst der öffentliche Druck. Der Schauspieler soll gefälschte pornografische Bilder seiner Ex-Frau online genutzt haben. Tausende demonstrierten in Berlin, Fahri Yardim, Benjamin von Stuckrad-Barre und Inez Bjørg David gehen auf Distanz.
Die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen haben binnen weniger Tage eine Debatte ausgelöst, die längst über den Promi-Fall hinausgeht. Am Sonntag demonstrierten in Berlin mehrere Tausend Menschen gegen sexualisierte digitale Gewalt. Aufgerufen hatten das Bündnis Feminist Fight Club und die Initiative „Nur Ja heißt Ja“. Zugleich meldeten sich mit Fahri Yardim, Benjamin von Stuckrad-Barre und Inez Bjørg David mehrere Wegbegleiter aus Ulmens Umfeld öffentlich zu Wort.
Tausende demonstrieren in Berlin
Am Brandenburger Tor versammelten sich am Sonntag deutlich mehr Menschen als ursprünglich erwartet. Die Polizei sprach laut dpa von 6700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die Veranstalter von 13.000. Auf Plakaten standen Slogans wie „Menschenrechte auch im Internet“ und „Die Scham muss die Seiten wechseln“. Die Kundgebung stand in Solidarität mit Collien Fernandes, deren Statement vor Ort verlesen wurde. Darin hieß es: „Sexualisierte und digitale Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag.“ Außerdem sprach Fernandes von „massiven gesetzlichen Schutzlücken“ und forderte: „Wir dürfen die Täter nicht mehr davonkommen lassen!“
Der Fall trifft damit einen gesellschaftlichen Nerv. Auf der Demo berichteten Betroffene von Fake-Profilen, Deepfakes und den langfristigen Folgen digitaler Gewalt. Klimaaktivistin Theresia Crone stellte klar: „Digitale Gewalt endet nicht so richtig. Sie bleibt in den Suchmaschinen in den Köpfen.“
Fahri Yardim äußert sich – spät, aber deutlich
Auch Fahri Yardim, langjähriger Freund von Christian Ulmen und dessen „Jerks“-Kollege, hat sich inzwischen öffentlich positioniert. In einem Instagram-Statement schrieb er, er sei „genauso geschockt wie viele andere“, bewundere „Colliens Mut“ und sagte ihr seine „volle Solidarität“ zu. Besonders deutlich wurde Yardim mit dem Satz: „Die Vorwürfe verdienen Schutz, ernsthafte Aufmerksamkeit und die klare Priorisierung der Perspektive der Betroffenen.“
Damit reagierte Yardim erst mehrere Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe. Sein Zögern bezeichnete er selbst nicht als neutral, sondern als Teil des Problems.
Benjamin von Stuckrad-Barre geht auf Distanz
Noch klarer formulierte es Benjamin von Stuckrad-Barre. Laut Tagesspiegel erklärte der Autor, er befinde sich seit Bekanntwerden der Vorwürfe in einer Art „Schockzustand“ und müsse sich „ganz klar“ von Christian Ulmen distanzieren. Seine Solidarität gelte „alleiniglich“ Collien Fernandes. Besonders markant ist sein Satz: „Digitale sexualisierte Gewalt ist Gewalt. Und bei Gewalt endet alles, wirklich alles.“
Mit dieser Stellungnahme bekommt die Debatte zusätzliches Gewicht. Stuckrad-Barre galt über Jahre als enger Freund Ulmens. Dass er sich nun öffentlich lossagt, ist ein deutliches Signal dafür, wie tief die Erschütterung in Ulmens Umfeld reicht.
Auch Inez Bjørg David zieht Konsequenzen
Schauspielerin Inez Bjørg David reagierte ebenfalls. Wie aus einer von ihr veröffentlichten Nachricht hervorgeht, bat sie ihr Management, die Serie „Jerks“ aus ihrer Vita zu löschen. Wörtlich schrieb sie: „Ich kriege das Kotzen und bin so voller Wut.“ Zugleich wurde bekannt, dass Joyn die Serie „Jerks“ bereits offline genommen hat. Ein Sendersprecher erklärte laut Berichten, dies sei „aufgrund der aktuellen Situation“ erfolgt.
Die Reaktionen zeigen, dass der Fall nicht nur juristische, sondern auch spürbare kulturelle und mediale Folgen hat. Produktionen, Freundschaften und öffentliche Positionierungen werden neu bewertet.
Was Christian Ulmens Anwalt sagt
Christian Ulmen weist die Vorwürfe über seinen Anwalt zurück. Nach Angaben mehrerer Medien heißt es von seiner Seite, es würden „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“.
Zudem sei die Berichterstattung „rechtswidrig“, rechtliche Schritte wurden angekündigt. Der Tagesspiegel berichtete außerdem, dass eine Sprecherin des Obersten Gerichts der Balearen bestätigte, dass in Spanien Vorermittlungen laufen. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.
Warum der Fall politisch so brisant ist
Die Debatte fällt in einen Moment, in dem die Politik in Deutschland ohnehin über schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt diskutiert. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es, man wolle das Cyberstrafrecht reformieren und Strafbarkeitslücken „bei bildbasierter sexualisierter Gewalt“ schließen. Ausdrücklich genannt werden dabei auch Deepfakes.
Laut dpa soll noch im Frühjahr in Deutschland ein Gesetzentwurf vorgelegt werden. Geplant ist unter anderem, das Herstellen und Verbreiten pornografischer Deepfakes unter Strafe zu stellen, Täter-Accounts leichter sperren zu lassen und IP-Adressen befristet zu speichern.
Vorwürfe gegen Ulmen
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Fälle von „Deepfakes“