„Dürfen nicht zu lange abwarten“

Teurer Sprit: Für Tiroler SPÖ-Chef ist Aussetzen von CO2-Steuer denkbar

Am Montag musste man fürs Tanken wieder mehr zahlen – die Preise an den Zapfsäulen wurden wieder erhöht.
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Philip Wohlgemuth fordert eine Diskussion über zusätzliche Schritte. Rasches Handeln sei bei weiterer Verschärfung der Spritpreise nötig.

Innsbruck – Tirols Landeshauptmann-Stellvertreter Philip Wohlgemuth (SPÖ) hat wegen steigender Spritpreise von der Bundesregierung die Vorbereitung weiterer entlastender Maßnahmen wie ein zeitweises Aussetzen der CO2-Bepreisung gefordert. Sollte sich die Situation verschärfen, müsse man über entsprechende Schritte diskutieren, wurde der Tiroler SPÖ-Chef am Montag in einer Aussendung zitiert: „Wir müssen die Lage genau beobachten und dürfen nicht zu lange abwarten, um erneut einzugreifen.“

© Rita Falk
Wir müssen die Lage genau beobachten und dürfen nicht zu lange abwarten, um erneut einzugreifen.
Philip Wohlgemuth (SPÖ)

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) hat hingegen am Samstag eine Aussetzung der CO2-Steuer als „nicht denkbar“ bezeichnet. Schließlich wären die Budgetkosten dafür „einfach viel zu hoch“.

„Keine Denkverbote“

Die Preise für Öl und Gas seien wegen des Kriegs im Iran stark gestiegen, erläuterte Wohlgemuth. Dementsprechend seien die seitens der schwarz-rot-pinken Bundesregierung gesetzten ersten Schritte einschließlich geplanter Eingriffe in die Preisgestaltung zu begrüßen. Angesichts der kritischen Lage dürfe es bei der Entlastung indes „keine Denkverbote“ geben. Durch eine stärkere Wettbewerbsbehörde solle sichergestellt werden, dass Entlastungsmaßnahmen dann auch tatsächlich bei den Menschen ankommen. Auch nahm der Sozialdemokrat die Situation zum Anlass, um die Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas sowie den Ausbau von erneuerbaren Energien einzumahnen.

Die Regierungsspitze hatte am Montag in einer Sondersitzung des Nationalrats für ihr Modell einer Senkung der Treibstoffpreise geworben. Einerseits soll der Finanzminister eine Verordnung erstellen können, die die Mineralölsteuer senkt. Andererseits soll es bei Preissprüngen möglich werden, in die Margen von Raffinerien und Tankstellen einzugreifen. Der Koalitionsantrag wurde am Montag am Ende des Plenartags wie geplant dem zuständigen Ausschuss zugewiesen. Damit könnte er am Mittwoch auch beschlossen werden. (APA, TT.com)