Shiffrin siegte im Slalom und hielt Verfolgerin Aicher erfolgreich auf Distanz
Nach dem neunten Slalomsieg in dieser Saison nimmt Mikaela Shiffrin das Saisonfinale am Mittwoch mit 85 Punkten Vorsprung im Gesamtweltcup auf Emma Aicher in Angriff. Katharina Truppe verpasste das Podest als Vierte knapp.
Nur noch ein Ski-Wunder trennt Mikaela Shiffrin von ihrem sechsten Gewinn des Gesamtweltcups. Die US-Amerikanerin fuhr am Dienstag im Slalom von Hafjell souverän zum 110. Weltcupsieg und liegt vor dem abschließenden Riesentorlauf am Mittwoch 85 Punkte vor Emma Aicher. Die junge Deutsche hielt mit Platz drei im Slalom wacker dagegen, müsste beim finalen Akt aber siegen und Shiffrin nicht punkten. Katharina Truppe verpasste das Podest im letzten Saison-Slalom um drei Zehntel.
Shiffrin war mit 45 Punkten Vorsprung auf die deutsche Allrounderin ins vorletzte Saisonrennen gegangen und baute den Vorsprung wie erwartet aus. Am Ende eines langen Slalomtages (2:07,61 Min.) hatte sie die Zweitplatzierte Wendy Holdener um 1,32 Sek. distanziert. Danach durfte die 31-Jährige ihre neunte kleine Slalomkugel in Empfang nehmen – laut Shiffrin eine „Auszeichnung für mein gesamtes Tea“.
Im Riesentorlauf am Mittwoch zählen sowohl Shiffrin als auch Aicher nicht zu den größten Favoritinnen. „Ich fühle mich nicht sicher, alles kann passieren. Es ist eine Ehre gegen jemanden wettzukämpfen, der so stark in allen Disziplinen fährt“, sagte Shiffrin. Besser als Vierte (zuletzt in Aare) war Aicher in dieser Disziplin noch nicht. Ein Fünkchen Restspannung bleibt. „Es ist natürlich cool, dass ich bis zum letzten Rennen ein bisschen nervig sein kann“, sagte Aicher. „Morgen ist Riesentorlauf, das ist bis jetzt noch meine schwächste Disziplin. Ich bin zufrieden, egal, wie es endet. Ich kann Skifahren und Spaß haben.“
Katharina Truppe belegte zum Abschluss einen vertrauten Platz. In den elf Torläufen (inkl. Olympia) landete die Kärntnerin zehnmal in den Top sieben. Als Dritte von Flachau stand sie einmal am Podest, gleich viermal war sie Vierte. „Es war meine beste Saison, richtig konstant, mit Flachau habe ich mir das beste Rennen ausgesucht, um am Podest zu stehen“, sagte Truppe.
Spannungsabfall bei Huber
Sie teilte sich Laufbestzeit im zweiten Durchgang mit Juniorenweltmeisterin Anna Trocker (17) aus Italien. Am Vormittag war sie schwer ins Fahren gekommen. „Es war, als ob mir am Start jemand die Spritzigkeit weggenommen hätte. Es war wirklich lahm“, sagte sie nach Halbzeitrang sieben. „Wenn so ein Lauf nicht in den Füßen brennt, weiß man, man hat nicht genug getan.“
Für Katharina Huber (20.) war ein Spitzenplatz bereits nach dem ersten, schwachen Lauf (+3,75 Sek.) außer Reichweite. Die Teamkombi-Olympiasiegerin sprach von einem Spannungsabfall nach ihrem Olympiasieg. „Ich merke natürlich, die Saison ist schon lange.“ Das Saisonfazit fiel zwiespältig aus. „Ich habe einen Olympiasieg feiern dürfen, aber meine Spezialdisziplin war sehr durchwachsen.“ Rang sieben war ihr Topresultat im Weltcup. Katharina Gallhuber fädelte bereits im ersten Lauf ein. Teamleaderin Katharina Liensberger fehlt seit Jahresbeginn mit einer schweren Knieverletzung.