Erstmals Top 300

Tennis-Ass Kopp startet durch: „Das Ranking im Tennis ist auch nur eine Zahl“

Der Kramsacher Sandro Kopp schaffte im Jänner mit Platz 299 das bislang beste Ranking seiner Karriere. Noch kein Grund, um zu jubeln, sagt der 25-Jährige und peilt die Top 220 an.
© gepa/Riedler

Der Tiroler Tennisspieler Sandro Kopp sammelt ATP-Punkt um ATP-Punkt, Ziel ist die Qualifikation für ein Grand-Slam-Turnier. Was der Nummer sechs Österreichs dafür noch fehlt? Eigentlich nur wenig.

Innsbruck ‒ Den 5. Jänner dieses Jahres hätte Sandro Kopp rot anstreichen können oder sogar feiern – möchte man meinen: Erstmals warf ihn das weltweite Ranking im Tennis unter den besten 300 Spielern aus. Kopp lacht aber nur laut und relativiert: „Es ist eigentlich egal, ob ich die Nummer 900 oder 250 bin, das bringt wenig. Wichtiger ist ein Ranking, mit dem man sich für Turniere qualifiziert.“

In seinem Fall für Grand-Slam-Turniere, genauer gesagt die Qualifikation dafür. Mit einem Platz um die 220 sei man sehr sicher dabei, schätzt der 25-Jährige. Demnach fehlen am heutigen Tag noch 90 Punkte. Für Paris oder Wimbledon, die nächsten anstehenden, bräuchte es also schnell Siege oder Finalteilnahmen bei Challenger-Turnieren. Am besten bei jenen der höheren Kategorien (50, 75, 100, 125, 175) der zweithöchsten Spielklasse hinter den Turnieren der ATP-Tour.

Sandro Kopp spielte im Vorjahr noch für den TC Telfs Bundesliga. Nach dem Abstieg tritt er heuer für Mauthausen an.
© Michael Kristen

Etwas Glück und Zufall nötig

Dieser Tage in Split geht es lediglich um 50 Punkte. Kopp, die aktuelle Nummer sechs Österreichs, steht in der zweiten Runde und trifft nach einem Qualifikanten auf die Nummer eins des Turniers Matej Dodig (CRO) – nach der 608 der Welt auf die 214. „Jedes Match ist eine Hürde, die man bewältigen muss“, weiß der Kramsacher. Beim Zusammenhang zwischen Spielstärke und Ranking gingen die Meinungen mitunter auseinander, meint er. Oft sei es nur eine Zahl, und jeder könne mitunter jeden schlagen, „aber es braucht jedenfalls eine gute, solide Saison, um nach vorzurücken“.

Semifinali in Athen und Rom hat er aus dem Vorjahr bereits stehen, zuletzt in Kigali (RWA) musste er sich Marco Cecchinato (ITA), einst Nr. 16 der Welt und Djokovic-Bezwinger, im Tiebreak des dritten Satzes geschlagen geben. „Ein bisschen Zufall, ein bisschen Glück gehören letzten Endes auch dazu“, sagt Trainer Hakan Dahlbo. Kopps Entwicklung gehe aber ständig weiter.

„Es ist trotzdem machbar“

Die nächsten Turniere sind geplant in Rom, Mauthausen und Prag. „Dann werden wir sehen, wo wir stehen“, sagt Dahlbo. Mauthausen wird heuer ohnehin eine fixe Station. Nach dem Abstieg von Telfs aus der zweiten Bundesliga heuerte Kopp dort an, wo übrigens auch Alex Erler spielt. Dazu kommen Liga-Einsätze in Wiesbaden (GER), Albinea (ITA) und Stockholm (SWE). „Nur dadurch lässt sich die Saison finanzieren“, gesteht der Tiroler. Nach der Corona-Krise sei vieles schwieriger geworden. „Kaum einer traut sich, in eine im Aufbau befindliche Karriere zu investieren, aber ich weiß, dass es trotzdem machbar ist.“

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