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Pro & Contra: Hat Fußball-Österreich ein Torhüterproblem?

Hütet Alexander Schlager bei der WM im Sommer das ÖFB-Tor?
© GEORG HOCHMUTH

Immer wieder taucht die Diskussion um die Nummer 1 im österreichischen Fußball-Nationalteam auf. Die Meinungen, ob Ralf Rangnick ein starker Schlussmann fehlt oder nicht, gehen auseinander – so wie bei den zwei TT-Redakteuren.

PRO – von Tobias Waidhofer

Auf höchstem Niveau, und das ist ja genau jene Stufe, die Österreichs Fußball-Nationalteam anstrebt, kann diese Frage nur mit einem Ja beantwortet werden. Natürlich sind weder Alexander Schlager (RB Salzburg) noch Patrick Pentz (Kopenhagen) oder Florian Wiegele (Viktoria Pilsen) noch Tobias Lawal (KRC Genk) schlechte Torhüter. Trotzdem bleibt die defensivste Position – ebenso wie jene des Mittelstürmers – im internationalen Vergleich ein Problem. Vielleicht liegt das in einem kleinen Fußball-Land wie Österreich in der Natur der Sache, vielleicht aber auch daran, dass ein Torhüter – Stichwort Spielaufbau – inzwischen viel mehr können muss. Einst duellierten sich Akteure wie Michael Konsel (AS Roma) und Franz Wohlfahrt (VfB Stuttgart) um das Einser-Leiberl. Diese Zeiten sind vorbei.

CONTRA – von Alexander Gruber

Der Kollege hat (auch) Recht. Die Sehnsucht nach einer Torhüter-Legende, wie es einst Rekordhalter Friedl Koncilia (84 Länderspiele) war, oder der Qual der Wahl später zwischen Wohlfahrt, Konsel und Konrad, begleitet vermutlich nicht wenige ÖFB-Fans gedanklich zur WM. Und dennoch muss man festhalten, dass die rot-weiß-rote Auswahl bei vergangenen Schnittpartien in der Quali und bei Großereignissen nicht an der Leistung ihrer Schlussmänner gescheitert ist. Somit ist es besser, auf diesem Vertrauen aufzubauen, als zum x-ten Mal ein Torhüter-Problem zu konstruieren. Erfolgreiche Trainer wie ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick denken in Lösungen. Das Torwartspiel fließt dabei zwischen „unhaltbar“ und „unbezwingbar“ ins Gesamtbild ein. Im Wissen, dass am Ende immer den Letzten die Hunde beißen.